FeedGrimaldi (Bernardino)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Grimaldi (Bernardino), ital. Politiker, geb. 1841 in Catanzaro, studierte in Neapel Jurisprudenz, lehrte daselbst Verfassungsrecht und trat 1876 als Vertreter seiner Vaterstadt in die Kammer. Schon 1878 wurde er in dem ersten Ministerium Cairoli Generalsekretär des Ministeriums der öf—⸗ fentlichen Arbeiten. Die in den neun Monaten seiner amtlichen Thätigkeit erworbenen Spezialkenntnisse nützte er, als ihm im Dez. 1878 die Berichterstattung über ein Hauptgesetz der Linken, betreffend den Neubau vieler Eisenbahnen, übertragen wurde, in so glänzender Weise aus, daß er 1879 im zweiten Kabinett Cairoli zum Finanzminister ernannt wurde. Da indes das von ihm vorgelegte Budget als eine herbe Kritik der von seiner eigenen Partei vorgeschlagenen Maßregeln erschien, wurde er bei Eröffnung der Kammer im November nebst zwei Kollegen aus dem Ministerium hinausgedrängt und sogar von der Budgetkommission ausgeschlossen. G. gehört zu der Gruppe von Männern der Linken, auf welche Sella rechnete, als er, 1881 nach dem Rücktritt Cairolis mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt, es versuchte, eine neue Regierungsmehrheit zu bilden. Bei der Umgestaltung des Kabinetts Depretis im März 1884 ubernahm G. das Ministerium des Ackerbaues.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 421Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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