Grimaldi ist nächst den Fieschi, Doria und Spinola die vierte der zum alten Adel gerechneten Familien Genuas. Ihr gehörte seit 968 die Herrschaft Monaco, und nebst den Fieschi spielte sie in Genuas Geschichte stets eine große Rolle. Beide Familien ehörten zu den Guelfen. Reiche Besitzungen in Luur und Italien vermehrten ihren Einfluß. urch den Vertrag von Peronne 1641 kam Monaco unter franz. Protektion, und als die Besitzungen der G. in Mailand und Neapel durch die Spanier eingezogen wurden, entschädigte Ludwig XIV. die Familie durch die Verleihung des Herzogtums Valentinois und des Marquisats Baux. Die männliche Linie von Monaco erlosch mit Antonio G. 1731, der bereits 1715 Valentinois an seinen Schwiegersohn Jacques Frangois Leonard de Goyon⸗-Matignon abtrat, welcher ihm dann auch in Monaco folgte und den Namen G.annahm. (S. Monaco.) —Raimondo G. war der erste Genuese, der die Kriegsflagge seiner Republik jenseit der Meerenge von Gibraltar führte. Zu Gunsten Philipps des Schönen von Frankreich während eines Streits mit den Flamändern segelte G. als Admiral von Frankreich 1304 mit 16 genues. Galeeren und 20 franz. Schiffen nach Zeeland, wo er den Grafen Guy von Flandern, der die feindliche, an 80 Schiffe starke Seemacht befehligte, schlug und gefangen nahm. — Giovanni G. machte sich durch den Sieg berühmt, den er 23. Mai 1431 über den venet. Admiral Nic. Trevisani auf dem Po davontrug, obschon Carmagnola (s. d.) mit einer ansehnlichen Landmacht am Ufer des Flusses bei Cremona Beistande des venet. Admirals bereit war. — Domenico G., der 1592 als Kardinal, Erzbischof und Vizelegat von Avignon starb, hatte, ehe er diese hohen Würden erhielt, unter Pius V. die Oberaufsicht über die Galeeren des Kirchenstaats und wohnte 1571, obschon bereits Bischof, der Seeschlacht von Lepanto bei, in welcher er sich durch seinen Mut auszeichnete. — Sein Neffe, Geronimo G., geb. 1597 zu Genua, wurde im 28. Jahre zum Vizelegaten der Romagna, dann zum Bischof von Albano und Gouverneur von Rom ernannt. Urban VIII. sandte ihn als Nuntius nach Deutschland und Honerdis und die guten Dienste, die er dem röm. hofe erwies, erwarben ihm 1643 den Kardinalshut. Aus Dankbarkeit stellte er sich nach Urbans Tode auf die Seite der Barberini, seiner Verwandten, was ihm den Zorn Innocenz' X. zuzog, sodaß er erst unter dessen Nachkommen 1655 das ihm verliehene Erzbistum Aix-en-Provence erlangte, wo er ein Seminarium für Geistliche und ein Hospital für Arme gründete und 4. Nov. 1685 starb. In Wissenschaft und Kunst zeichneten sich mehrere G. aus, die indes nicht zu der gedachten genues. Familie gehören. Giacomo G., gest. 1623, brachte als Aufseher des Archivs der Peterskirche in Rom große Ordnung in das Ganze dieser kostbaren Sammlung. Auch versuchte er die unter Paul V. aufgefundenen alten Inschriften zu erklären. — Francesco G., Jesuit, gest. 1738, machte sich als bukolischer und dramatischer Dichter bekannt. — Constantino G., geb. 1667 in Neapel, gest. 1750, ein Polyhistor, wurde insbesondere berühmt durch seinen Streit mit den Benediktinern, die er wegen ihres Angriffs auf Cartesius in einer scharfen Gegenschrift geißelte. — Francesco Antonio G., gest. in Neapel 1784, lieferte mehrere geschichtliche Werke über Neapel. — In Neapel bluhen noch die Ceva G. Marchesi di Pietracatella.