Grindelwald, Thal und Pfarrgemeinde im Amtsbezirk Interlaken des Berner Oberlandes. Das Thal, von Osten nach Westen sich senkend, ist von der Quelle der Schwarzen Lütschinen (s. d.) am Obern Grindelwaldgletscher bis zur Burglauenen, wo die untere Thalstufe, das Lütschenthal, beginnt, Hkm lang und ungefähr 2 kmhreit; im Süden wird es von den Hochgipfeln der Berner Alpen überragt: vom Wetterhorn (3703 m) und vom Mettenberg (3107 m), dem nördl. Gipfel der Schreckhornkette, vom Vieschergrat (4048 m) und dem Eiger (3975 m), von welchem sich nach Norden die bewachsene Kette des Tschuggen (2523 m) abzweigt; über dieselbe führt am Fuß des Eigers der Paß der Kleinen EDen n (2069 m) von G. nach Lauterbrunnen. Den Nordrand bildet die Faulhornkette, vom Wetterhorn geschieden durch die Große Scheidegg (1961 m), welche G. mit dem Aarethal verbindet. Das Klima des Thals ist trotz seiner Höhe (durchschnittlich 1000 m) und der unmittelbaren Nähe der Gletscher ziemlich mild, die Vegetation reich, Getreide, Kartoffeln, Hanf und Flachs, der Kirschbaum gedeihen vorzüglich; prächtige Weiden und Wälder bedecken die Abhänge der Berge. Die Lieblichkeit des grünen Thalgrundes und des Voralpenlandes, verbunden mit der großartigen Gletscherpracht der Hochalpen haben G. zu einem Mittelpunkt des Touristenverkehrs im Oberlande gemacht. Die Gemeinde Grindelwald, über das ganze Thal bis hoch an die Abhänge der Berge zerstreut, zählt 5if Alpwi reform. E., deren Haupterwerbszweige die Alpwirtschaft und der Fremdenverkehr sind. Die Bergführer von G. gelten als die besten der Schweiz. Das eigentliche mnh Grindelwald, auch Gydisdorf genannt, liegt 1057 m über dem Meere, 15 Km südöstlich von Interlaken auf der rechten Thalseite. Ausgangspunkt für viele Hochebirgstouren und mitten zwischen den beiden beiebtesten Touristenpässen gelegen, hat es während des Sommers einen außerordentlich lebhaften Fremdenverkehr. Mit Interlaken ist es durch eine 20 km lange Fahrstraße verbunden. Vgl. Abi, Fellenberg und Gerwer, Das Hochgebirge von G. (Koblenz 1865).