FeedGrocholski (Kasimir, Ritter von)
GeschichteBrockhaus 1882

Grocholski (Kasimir, Ritter von), österr. Staatsmann, geb. 1815 auf Rozyska bei Tarnopol in Galizien, studierte in Lemberg und Wien, wurde 1839 zum Doktor der Rechte promoviert, war zwei Jahre im Staatsdienste als Steuerbeamter thätig, zog sich jedoch 1842 ins Privatleben zurück. Seit 1861 gehört G., von der Kurie des Großgrundbesitzes gewählt, dem galiz. Landtage an, war bald als einer der Führer der nationalklerikalen Partei der Polen anerkannt, Urheber der sog. «galizischen Revolutiono, in welcher die nationalen Forderungen auf Autonomie, auf Herrschaft der poln. Sprache in Amt und Schule und getrennte Administration ausgedrückt waren. Seit 1861 ist G. auch der Präsident des Polenklubs im Reichsrate, dem er gleichfalls ununterbrochen angehörte, als Wortführer der Polen in allen wichtigen Angelegenheiten. Vom 11. April 1871 bis 30. Okt. 1871 war G. Mitglied des Kabinetts Hohenwart ohne Portefeuille. Am 12. Juli 1878 wurde G. Geheimrat. Seiner Taktik verdankt der Polenklub die dominierende Stellung im Reichsrate.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 432Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 9

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6