FeedGröben (Karl Jos. von der, Graf)
GeschichteBrockhaus 1882

Gröben (Karl Jos. von der, Graf), preuß. General, geb. zu Schrengen bei Rastenburg in Ostpreußen am 17. Sept. 1788, trat 18 Jahre alt in das Regiment Towarczys ein, nahm an den Feldzügen 1806 und 1807 im L'Estocqschen Korps teil, erwarb den Orden pour le mérite, wurde 1807 Sekondelieutenant und bald darauf in das schles. Ulanenregiment versetzt. Im J. 1811 trat G. als Premierlieutenant in das Regiment der Gardes du Corps, nahm 1812 seine Entlassung, marschierte 1813 mit dem russ. Heere, ohne jedoch in russ. Dienste getreten zu sein, und nahm an den Schlachten von Lützen und Bautzen teil. Im Aug. 1813 wurde G. im preuß. Generalstabe als Stabsrittmeister angestellt und bei der Reservekavallerie des Kleistschen Korps verwendet, wurde vor Dresden verwundet, nahm jedoch an den Schlachten bei Kulm und Leipzig teil. Im J. 1814 war G. bei der Einschließung von Luxemburg thätig, wurde bei Gué-à-Trme schwer verwundet und im Juli zum Major im Generalstabe befördert. Im J. 1815 nahm G. an den Schlachten bei Ligny und Waterloo, sowie an vielen Gefechten teil, wurde Oberstlieutenant und trat zu dem Generalkommando am Rhein. Von dort wurde er 1817 als Generalstabschef nach Breslau versetzt, 1823 Oberst und im folgenden Jahre Chef des Generalstabes des 2. Armeekorps. Neben dieser Stellung bekleidete G. vom Juni 1829 ab die Stelle des ersten Adjutanten des Kronprinzen, wurde 1834 Generalmajor und Kommandeur der 3. Kavalleriebrigade und 1838 Kommandeur der 14. Division. In dieser Stellung erfolgte 1842 seine Beförderung zum Generallieutenant und 1843 seine Ernennung zum Generaladjutanten des Königs. Im März 1848 übernahm G. interimistisch den Befehl über das 7. Armeekorps, nahm 1849 am bad. Feldzuge als kommandierender General der Rheinarmee teil und wurde 1852 General der Kavallerie und kommandierender General des 7. Armeekorps, im Juni 1853 kommandierender Ge—⸗ neral des Gardekorps. Am 1. Juni 1858 schied G. aus dem aktiven Dienste, blieb jedoch Generaladjutant des Königs und lebte auf seinem Gute Neudörfchen im Kreise Marienwerder, wo er 13. Juli 1876 starb. Seit 1854 gehörte er dem Herrenhause als lebenslängliches Mitglied an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 432Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 9

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6