Smolka (Franz), Präsident des österr. Abgeordnetenhauses, geb. 5. Nov. 1810 zu Kalusz in Galizien, studierte an der Universität Lemberg die Rechte und wurde 1840 zum Landesadvokaten ernannt. Wegen nationalpoln. Umtriebe verfolgt, wurde er des Hochverrats schuldig erkannt, zum Tode verurteilt, jedoch begnadigt, verlor aber die Rechte der Anwaltspraxis. Die Bewegung von 1848 brachte ihn an die Spitze seiner Landsleute, in den konstituierenden Reichstag und in das Präsidium desselben, dann leitete er die Debatten in Kremsier bis zur Auflösung des Reichstags. Mit dem Erwachen des konstitutionellen Lebens (1861) trat S. wieder im galiz. Landtag und im Reichsrat als Führer auf, schied w1863 mit den Czechen zugleich aus dem Reichsrat, kehrte aber mit den Polen 1867 wieder dahin zurück. Am 14. März 1881 wurde S. zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses gewählt, ebenso im Febr. 1886. Im J. 1882 ward er Geheimrat mit dem Prädikat Excellenz. Vgl. Widmann, Francziszek S.5 (Lemb. 1874).