FeedGroitzsch
ErdkundeBrockhaus 1882

Groitzsch, Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, Amtshauptmannschaft Borna, 25 Km im SSW. von Leipzig, an der Schwennike, welche unweit nördlich des Ortes in die Weiße Elster mündet, Station der Linie Gas 1111880 4432 der Sächsischen Staatsbahnen, 10 lt (1880) 2 meist luth. E. Den Haupterwerbszweig des Ortes bildet neben dem Ackerbau die S abrikation. Ein im 17. Jahrh. in türk. Gefangenschaft gewesener Einwohner soll zuerst die Anfertigung von Babuschen und Pantoffeln in G. eingeführt haben, die früher fast ausschließlich die Czeuguie der dortigen Schuhmacherei bildeten und in großen Mengen, namentlich auch nach dem Orient verführt wurden. Der Ort, 1208 zur Stadt erhoben, wird bereits im 11. Jahrh. erwähnt und war Stammort der Grafen von G., unter denen Wiprecht und lein Sohn Heinrich hervorragen. Nach des letztern Tode erhielt Lalteu Konrad von Meißen die Grafschaft. Die alte Burg, welche Kaiser Heinrich V. 1113 vergebens belagerte, erhielt 1270 der Abt von Pegau, der sie zerstören ließ.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 434Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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