Groot (Gerhard), lat. Gerhardus magnus, der Begründer der Vereinigung der Brüder des emeinsamen Lebensv (s. d.), geb. im Okt. 1340 zu eventer, erwarb auf der Universität Paris eine ausgebreitete Gelehrsamkeit. Im Besitz eines nicht unbedeutenden Vermögens, zu dem noch die Einkünfte zweier Kanonikate zu Aachen und zu Utrecht hinzukamen, überließ sich G. einem üppigen, weltlichen Leben. Im J. 1374 trat jedoch eine Wandlung ein, über deren Veranlassung die Berichte auseinander gehen. G. schenkte seine Besitzungen dem Kloster zu Munnikhuizen und andern Anstalten, verzichtete auf die Kanonikate und gab sich einem streng enthaltsamen Leben hin, dessen einzige Würze in gelehrten Studien bestand. Seinen Aufenthalt nahm er in Deventer und besuchte von hier aus öfter den tiefsinnigen Mystiker Joh. Ruysbroek, Prior des Augustinerklosters in Viridis Vallis (Grönendael in der Nähe von Brüssel), mit welchem ihn innige Freundschaft verband. Drei Jahre lang verlebte G. alsdann im Kartäusertloster zu Munnikhuizen und unterwarf sich hier, noch über das Maß der Ordensregel hinaus, harten Kasteiungen. Im J. 1379 kehrte er nach Deventer zurück, ließ sich zum Diakon weihen und trat hier und an andern Orten Hollands öffentlich als Prediger auf. Mit hinreißender Beredsamkeit geißelte er die Schäden seiner Zeit und ermahnte zur Buße. Bereits 1383 wurde ihm das Predigen untersagt, aber sein Werk hatte schon Wurzel geschlagen. Der junge utrechter Kanonikus Florentius hatte mit G.s Zustimmung eine genossenschaftliche Verbindung von Brüdern und Schwestern des gemeinsamen Lebens begründet, welche immer weitere Verbreitung fand. G. starb 20. Aug. 1384, ein Opfer der Hingebung, mit welcher er zur Zeit der Pest die Kranken pflegte. Vgl. Bähring, „Gerhard G. und Florentiuso (Hamb. 1849); Bonet-Maury, „Gerhard de G. un précurseur de la réforme au XVIsièclen (Paris 1878).