FeedGroten
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Groten (in der Mehrzahl Grot; die niederdeutsche Form für das hochdeutsche Groschen) hieß eine ältere Silberscheidemünze der Niederlande und des nordwestl. Deutschland. Seit 1857 waren G. nur noch in Bremen üblich, wo der Thaler in 72 G., der G. in 5 Schwaren zerfiel und halbe Grotenstücke in Kupfer ausgemünzt wurden. Der Wert eines bremer Rechnungsgroten war somit ½2 Thlr. in Gold oder 4% deutsche Reichspfennig. In Oldenburg war seit 1. Okt. 1846 und bis in den Juni 1857 (wo er aus der Rechnung verschwand) der Rechnungsgroten ½ Thlr. im 14-Thalerfuße, mithin = 5 damalige Pfennige preußisch 4½ deutsche Reichspfennig, das Münzstück G. aber ½2 Thlr. im 16-Thalerfuße 35o Reichspfennig (es waren auch Stücke zu 2, 3, 4 und 6 G. ausgeprägt). In Hamburg war der G. vlämisch oder Pfennig vlämisch ( ½2 Schill. vlämisch) eine Rechnungsmünze, die bei einigen Preisstellungen angewandt wurde und ½2 Bankmark oder ½ Schill. Bankvaluta bedeutete. In den Niederlanden wird der nur als Rechnungsgeld bisweilen noch vorkommende G. vlämisch (Groot vlaamsch) ½¼ niederländ. Gulden gerechnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 543Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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