FeedGroth (Klaus)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Groth (Klaus), bekannt als Dichter in plattdeutscher Sprache, geb. 24. April 1819 zu Heide in der holstein. Landschaft Dithmarschen, besuchte das Schullehrerseminar zu Tondern und erhielt dann in seinem Geburtsorte eine Stellung als lehrer. Seine Mußestunden benutzte er zu philos., mathem. und naturwissenschaftlichen Studien. Im nen mi J. 1847 nahm er seinen Abschied und begab sich ken in zur Wiederherstellung seiner angegriffenen Gesund-de Gaet heit nach Femern. Während eines sechsjährigen tionen Aufenthalts auf dieser Insel verfaßte er die meisten 1 geter-Y Fig. 1. Groteskzeichnung von Daniel Hopfer aus der ersten Hälfte seiner Gedichte. Im Aug. 1853 begab sich G. nach auf den Kiel, bereiste später Deutschland und die Schweiz 1875),« und nahm dann, nach einem zweijährigen Aufent-ein Wer halt zu Bonn, seinen Wohnsitz zu Dresden, von wo Gneisge er 1857 wieder nach Kiel übersiedelte. Hier habi⸗ 1877), litierte er sich 1858 als Docent für deutsche Sprache Wilheln und Litteratur und wurde 1866 für diese Gebiete 1878), zum Professor ernannt. Seinen Ruf als Dichter nach ih begründete er vor allem durch Quickborny (Hamb. geordnet 1853;, 14. Aufl. 1883; mit Illustrationen von J. 1877 Speckter, Hamb. 1856; 2. Aufl. 1868) und Ver⸗ graphie tellno (2 Bde., Kiel 1855—59), zwei Werke, in de⸗ Grot nen er das Leben seiner Landsleute, der Dithmar-und schre scher, mit treuen und unverfälschten Farben schil-Naturfo dert. Unter den Gedichten, welche der QuickbornoLeipzig! enthält, verdienen insbesondere die kleinern, rein bensjahr lyrischen den Preis, die aus der Tiefe der Empfin-ken in K dung wie reine Naturlaute emporquellen. Die Universi (Vertellno sind eine Reihe von Dorfgeschichten, die darauf! sich durch die einfachste Lebenswahrheit auszeichnen. J. 1805 In der Handhabung der plattdeutschen Sprache be⸗ Mineral kundet G. eine Meisterschaft und Sicherheit, wie schine X vor ihm kein anderer Dialektdichter. Da die Vor-angenon züge seiner Poesien zum Teil vom Material der zersetzun Sprache unzertrennlich sind, so vermögen selbst die stelligte. bessern übertragungen ins Hochdeutsche, wie die deckung! des Quickborno von Winterfeld (Berl. 1854) und sition de Hoffmann (Braunschw. 1856) und die der Ver⸗ Iution à tellns von Winterfeld (Berl. 1855) und Otto 1805) ni (Braunschw. 1856) nicht, dieselben mit ihrem gan⸗ Deutsche zen Zauber wiederzugeben. Eine Sammlung hoch-Im Herl deutscher. Gedichte (Hundert Blätterv, Hamb. von eine 1854) die G. dem Quickborno folgen ließ, erschei-naturwif inder gelungen. Von seinen übrigen Werplattdeutscher Sprache verdienen noch Vaer rno (Lpz. 1858), Kinderreime mit Illustravon L. Richter, und die Dichtung «Rothmeister Lamp un sin Dochderv (Hamb. 1862) Hervorhebung. In den »Briefen über Hochdeutsch und Niederdeutsche (Kiel 1858) tritt G. für das Anrecht des Plattdeutschen als deutsche Schriftsprache in die Schranken. Später erschien von ihm Quickbornv (Tl.2: „Volksleben in plattdeutscher Dichtung dithmarscher Mundartv, Lpz. 1871), min Jungsparadies „(Berl. 1876), «Drei plattdeutsche Erzählungen » (Berl. 1881) und eine Reihe linguistischer Abhandlungen unter dem Titel: «Küber Mundarten und mundartige Dichtungeno (Berl. 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 543Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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