Grundtvig (Svend Hersleb), dän. Philolog und Litterarhistoriker, Sohn des vorigen, geb. 9. Sept. 1824, studierte seit 1846, diente im Kriege 1848— 50 als Freiwilliger und avancierte zum Hauptmann, wandte sich aber wieder den Studien zu und erhielt 1863 an der kopenhagener Universität eine Anstellung als Docent, 1869 als Professor der nord. Sprachen. Sein Hauptwerk ist die schon 1853 begonnene, aber unvollendet gebliebene kritische Ausgabe der alten dän. Volkslieder: Danmarks gamle Folkeviserv (Bd. 1—4, Kopenh. 1853—78). Auch zu ähnlichen, namentlich isländ. und jütischen Sammlungen hat er Beiträge geliefert. Ferner veröffentlichte er: Danske Folkeeventyroy (1876—78), Udsigt over den nordiske Oldtids heroiske Digtningo (in Nord. Univ. Tidskrift o, 1876), «Om Nordens gamle Literaturo (1867), «Er Nordens gamle Literatur norsk? Cker er den dels islandsk, dels nordisk?» (1869), eine Streitschrift gegen die Munch-Keysersche Theorie über die altnord. Litteratur; ferner eine Ausgabe der Scemundar-Eddas mit Anmerkungen, Dansk Retskrivnings-Ordbogo (1870) und «Dansk Händordbog » (1872; 2. Aufl. 1880). G. starb zu Kopenhagen 14. Juli 1883. Gründung in baulicher Hinsicht, s. Fundie—⸗ rung und Grundbau.