FeedGrüneisenstein
Bildende KunstBrockhaus 1882

Grüneisenstein, auch Kraurit genannt, besteht aus phosphorsaurem Eisenoryd mit etwa 8—9 Proz. Wasser. Derselbe bildet traubige oder nierenförmige Aggregate mit radialfaseriger Textur, die gewöhnlich auf Brauneisenstein aufsitzen und als Umbildungen aus demselben angesehen werden. Die Farbe ist schmutzig und dunkel lauchgrün bis schwärzlichgrün und wird durch Zersetzung braun und gelb. Da die Anwesenheit von Phosphorsäure jeden Eisenstein für die technische Benutzung verschlechtert, so ist natürlich auch der G. von den Bergleuten nicht gern gesehen. Grünenplan, Dorf in Braunschweig, Kreis Holzminden, 5 km im WNW. von Delligsen, in 178 m Höhe, zählt (1880) 1029 E. und hat eine Glashütte, womit Fabriken für Spiegel, optische Gläser und Uhrengläser verbunden sind. Grünenwald (Jakob), Maler, geb. in Bünzwangen bei Göppingen 30. Sept. 1821, besuchte die stuttgarter Kunstschule und entwarf im romantischen Zeitgeschmack das Bild der Ritter, welche Jerusalem zum ersten male erblicken; es wurde vom Rheinischen Kunstverein erworben. Unter dem Einflusse Nehers malte er einige Kirchenbilder, sowie den Fries: schwäbisches Volksleben, welcher allgemeinen Beifall erlangte. Im J. 1853 übersiedelte er nach München. Hier entstanden unter anderm: die Schlacht bei Aichach, Fresko im Nationalmuseum (1863), der Hagelschlag, für die Galerie in Stuttgart (1865), der unterbrochene Hochzeitsgang (1868), die Heimkehr. Im J. 1877 erhielt G. eine Professur an der Akademie in Stuttgart. Seitdem entstand sein Fries für einen Speisesaal, eine deutsche Familie des 16. Jahrh. vorstellend, und das Gemälde: die überraschten Zigeuner, im Entwurf.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 572Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

In anderen Lexika 1

Alle Lexika nebeneinander →

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Bildende Kunst 6