FeedGruner (Christian Gottfr.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Gruner (Christian Gottfr.), berühmter deutscher Arzt, geb. 8. Nov. 1744 zu Sagan, erhielt in der dortigen Stadtschule und seit 1762 auf dem Gymnasium zu Görlitz seine akademische Vorbildung und bezog 1765 die Universität zu Leipzig, wo er nach seines Vaters Willen Theologie studierte, aber, als dieser gestorben, sich der Medizin widmete. Nachdem er 1769 zu Halle promoviert, kehrte er in seine Vaterstadt zurück und lebte dort als praktischer Arzt, bis er 1773 einem Rufe nach Jena als Professor der Botanik folgte, wo er 1776 zum Hofrat und 1791 von dem Herzog von Sachsen-Coburg zum Geh. Hofrat und Leibarzt ernannt wurde. In dieser Stellung starb er 4. Dez. 1815. Die Zahl seiner größern Werke, welche sich fast über alle Fächer der Medizin verbreiten, beläuft sich auf mehr als 50, unter denen hier nur der Aphrodisiacusob (Jena 1789), die «Bibliothek der alten Arzte in übersetzungen und Auszügend (2 Bde., Lpz. 1780—82), (Semiotice generaliso (Halle 1775) und Censura librorum Hippocratiso (Bresl. 1772) erwähnt seien. Mit umfassender Gelehrsamkeit und Vielseitigkeit verband G. eine außerordentliche Klarheit und Tiefe, und ungeachtet seiner gründlichen Theorie war er dennoch als praktischer Mediziner sehr geschätzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 572Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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