Grüneisen (Karl), ein auch als Dichter und Kunsthistoriker bekannter Theolog und Kanzelredner, geb. 17. Jan. 1802 zu Stuttgart als Sohn des 1831 verstorbenen Oberregierungsrats Karl Christian Heinrich G., des ersten Herausgebers des Morgenblattesv. G. studierte in Tübingen und Berlin Theologie, wurde 1825 Hofkaplan und Feldprediger der königl. Garden, 1831 zugleich Inspektor der Volksschulen, 1835 Oberkonsistorialrat und Hofprediger, 1845 Oberhofprediger in Stuttgart; 1868 trat er in den Ruhestand. Litterarisch machte er sich zuerst in weitern Kreisen durch eine Sammlung von Liederno (Stuttg. 1823) bekannt, die ihm einen ehrenvollen Platz unter den Dichtern der Schwäbischen Schule sicherten. Unter seinen Arbeiten, welche der Kritik und Geschichte der Kunst angehören, sind seine Monographie Niclaus Manuelo (Stuttg. 1837) und die mit Mauch herausgegebene Schrift Ulms Kunstleben im Mittelaltero (Ulm 1840, mit Kupfern) zu nennen. Früher erschienen die Schriften «über bildliche Darstellung der Gottheito (Stuttg. 1828), cüber das Sittliche der bildenden Kunst bei den Griecheno (Lpz. 1833) und «Die altgriech. Bronze des Tuxschen Kabinetts in Tübingendo (Stuttg. u. Tüb. 1835). Als vorzüglicher Kanzelredner zeigte sich G. in den anonym erschienenen Predigten für die Gebildeten in der Gemeindey (Stuttg. 1835) und der Sammlung seiner in der Hofkirche gehaltenen KPredigten v (Stuttg. 1842). Ferner veröffentlichte er ein „Christl. Handbuch in Gebeten und Liedern» (5. Aufl., Stuttg. 1859) und eine Schrift Kküber Gesangbuchsreformo (Stuttg. 1839). Mit Schnaase und Schnorr von Carolsfeld begründete er 1858 das (Christl. Kunstblattꝰ. Er starb 28. Febr. 1878 in Stuttgart.