Grynaeus (Simon), hervorragender Theolog der Reformationszeit, geb. 1493 0 Vehringen in Schwaben, besuchte die Stadtschule zu Pforzheim, wo er mit Melanchthon Freundschaft schloß. Er studierte in Wien, lehrte dort und in Ofen die griech. Sprache, begab sich aber dann zu Melanchthon nach Wittenberg. Seit 1524 wirkte G. als Professor der griech. Sprache an der Universität Heidelberg; 1529 ward er als Nachfolger des Erasmus nach Basel berufen. 6 0 einer Reise nach England erhielt er den . önig Heinrich VIII. die Gutachten der prot. Theologen in Sachen seiner Ehescheidung zu übermitteln. Im J. 1534 wurde G. vom Herzog Ulrich von Württemberg berufen, bei der Einführung der Reformation und der Umgestaltung der Universität Tübingen behilflich zu sein; 1536 wurde er Professor der Theologie zu Basel und nahm als solcher an der Abfassung der ersten helvetischen Konfession, am wormser Religionsgespräch (1540) und andern kirchlichen Verhandlungen teil. Bei einem vorübergehenden Aufenthalt in Straßburg starb G. 1. Aug. 1541 an der Pest.