Gesenius (Friedr. Heinr. Wilh.), ausgezeichneter Orientalist und biblischer Kritiker, geb. 3. Febr. 1786 zu Nordhausen, bildete sich auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt und auf den Universitäten zu Helmstedt und Göttingen. Nachdem er kurze Zeit Lehrer am Pädagogium zu Helmstedt gewesen, wurde er 1806 theol. Repetent in Göttingen und 1809 Professor am Gymnasium zu Heiligenstadt. Doch schon 1810 ging er abs außerord. Professor der Theologie nach Halle, wo er 1811 ord. Professor wurde. Beider Wiederherstellung der Universität1814 hlieb er in seiner Stelle, wurde in demselben Jahre Doktor der Theologie und unternahm im Sommer 1820 eine wissenschaftliche Reise nach Paris und Orford, wo er besonders für Erene Zwecke in den semit. Sprachen sammelte. Trotz mancher Ver⸗ „dächtigung und Anfeindung, die er als ein aufgeklärter Theolog namentlich 1830 nebst seinem Freunde „Wegscheider durch die orthodoxe Partei erfahren Imußte, wirkte er nicht nur als Schriftsteller, sondern insbesondere auch als Docent durch seine sel-Lehrgabe höchst erfolgreich. Durch ihn wurde, wie in der hebr. Sprachforschung überhaupt, so auch in der 3906 Des hen und in der Grammatik eine neue Epoche des semit. Sprachstudiums herbeigeführt. Er starb 23. Okt. 1842. Seine Hauptwerke sind: (Hebr. und chaldäisches Handwörterbuch für das Alte Testamente (2 Bde., Lpz. 1810—12; 9. Aufl. von Mühlau und Volck, „1882; lat., 2. Aufl. 1847), „Hebr. Elementarbuch 2 Bde.), bestehend aus der „Hebr. Grammatiks alle 1813; 23. Aufl., neu bearbeitet von Kaatzsch, pz. 1881) und dem Hebr. Lesebuche (Halle 1814; 11. Aufl. von Heiligstedt, 1873); «Kritische Geschichte der hebr. Sprache und Schrifto (Lpz. 1815; 2.Aufl. 1827), (Grammatisch-kritisches Lehrgebäude der hebr. Spracher (2 Bde., Lpz. 1817), «libersetzung des Propheten Jesaias, mit einem philol.⸗kritischen und histor. Kommentaro (3 Bde., Lpz. 1820—21; 2. Aufl., Bd. 1, 1829), Thesaurus philologicoceriticus Iinguae Hebraicae et Chaldaicae Veteris Testamenti v (3 Bde., vollendet von Rödiger, Lpz. 1829—58). Bedeutend für ihre Zeit waren auch seine Arbeiten über die maltesische (1810) und die samaritanische (1815—24) Sprache und Litteratur, und seine Scripturae linguaeque Phoeniciae monumenta quotquot supersuntv (3 Tle., Lpz. 1837) sind die Grundlage für alle neuern phöniz. Studien geworden. Auch bereicherte er vielfach die biblische Geographie, insbesondere in den Noten zu Burckhardts Reisen nach Syrien und Palästinav (2Bde., Weim. 1823). Vgl. (Gesenius. Eine Erinnerung für seine Freundev (Berl. 1843).