Gerlach (Franz Dorotheus), Philolog und Geschichtsforscher, geb. 18. Juli 1793 zu Wolfsbehringen im Gothaischen, besuchte das Gymnasium zu Gotha und widmete sich seit 1813 zu Göttingen philol. Studien. Nachdem er sich bereits 1816 an der Universität habilitiert, folgte er 1817 einem Rufe an die Kantonsschule nach Aarau. Hier wirkte er gemeinschaftlich mit Kortüm, bis er 1819 diese Stellung aufgab. Im J. 1820 zum Professor an der regenerierten Universität Basel ernannt, hielt er hier Vorlesungen teils über griech. und röm. Litteratur, teils über geschichtliche Gegenstände. Auch nahm er thätigen Anteil an der Wiederherstellung der Universität und Hebung der wissenschaftlichen Anstalten. In diesem Bestreben unterstützte ihn teils das Vertrauen der Behörden, teils (seit 1835) seine Ernennung zum Mitglied des Erziehungskollegiums und der Inspektion des Gymnasiums. G. starb zu Basel 31. Okt. 1876. Unter seinen philol.⸗kritischen Arbeiten sind als die bedeutendsten hervorzuheben: die Ausgabe des Sallust mit Kommentar (3 Thle., Bas. 1823—31), welche von einer zweiten (Bd. 1, Bas. 1852) noch übertroffen wird; ferner die Ausgabe der cGermania des Tacitus (Bas. 1835), der eine übersetzung. mit Kommentar (Bas. 1837) folgte; die unter Mitwirkung Roths bearbeitete kritische Ausgabe des Nonius Marcellus (Bas. 1842). Von histor. Arbeiten veröffentlichte er außer dem in Gemeinschaft mit Hottinger und Wackernagel unternommenen „Schweiz. Museum für histor. Wissenschaften 1 Bde., Frauenfeld 1837—39) noch „Histor. Studienv» (Hamb. und Gotha 1841), «Geschichtliche Forschung und Darstellung» (Bas. 1847) und (Die Geschichte der Römer» (2 Bde., Bas. 1851), letztere im Verein mit Bachofen. Besondere Erwähnung verdient die Übertragung der Geschichte des Titus Livius ins Deutsche (5 Bde., Stuttg. 1858 fg.) samt der als Einleitung dazu bestimmten Schrift: Die Geschichtschreiber der Römer von den frühesten Zeiten bis auf Orosiusy (Stuttg. 1855), übersichtlich dargestellt. Hierzu kommen noch eine große Anzahl kleinere philologische, sowie Gegenstände meist der alten Geschichte betreffende Schriften, unter denen zu nennen sind: «Das Zeitalter Augusts und Cosmos von Medicie (Bas. 1839), Zaleukos, Charondas, Pythagorasv(Bas. 1858), Marius und Sullav (1. u. 2. Aufl., Bas. 1856), De rerum Romanarum primordiiso (2. Aufl., Stuttg. 1861) und „Vorgeschichte, Gründung und Entwickelung des röm. Staats» (Bas. 1863).