FeedGudin (Theodore)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Gudin (Theodore), franz. Landschafts⸗ und Marinemaler, geb. 15. Aug. 1802 zu Paris, besuchte einige Zeit das Atelier Girodet-Triosons, arbeitete nachher im Genre von Gericault und Delacroix und widmete sich schließlich ganz der Landschafts- und Marinemalerei. Er machte viele Reisen und bereiste 1856 einen großen Teil des Orients. Seine frühern Werke zeichnen sich durch ein eingehendes Studium Claude Lorrains aus, dessen Vorzügen in der hellen Luftbehandlung und edeln Farbe er glücklich nachtrachtet. Hierher gehört sein Brand des Schiffes Kent, in der Luxembourg-Galerie (1827). Ferner sind zu nennen: die Rettung der Passagiere des Columbus (1831, im Museum zu Bordeaux), Windstoß auf der Reede von Algier (Luxembourg), die verschlagene Barke, Schiffbruchsscene an der schott. Küste, Mondscheinlandschaft bei Neapel, Sonnenaufgang bei Venedig, der Hafen von Konstantinopel u. a. Die Aufträge für das Historische Museum in Versailles, das von G. beinahe hundert, in den Jahren 1838 —48 gemalte Seeschlachten älterer und neuerer Zeit besitzt, verleiteten den Künstler zu immer keckerer Bravourmanier. Seine spätern Werke zeigen die größte Flüchtigkeit der Behandlung und einen völligen Mangel an Wahrheit. Er starb 11. April 1880 in Boulogne-sur-Seine.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 595Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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