Guillaume de Machaut, altfranz. Dichter und Musiker, im Anfange des 13. Jahrh. zu Machaut (Ardennes) geboren, war bis 1346 Sekretär und Notar Johanns von Böhmen, durch dessen Vermittelung er 1330 —33 mehrere Präbenden, zuletzt ein Kanonikat in Rheims vom Papste überwiesen erhielt und den er 1335 —37 nach Polen und Rußland begleitete. Er starb um 1377. Fälschlich sind auf ihn viele andere Data aus dem Leben eines gleichnamigen Zeitgenossen bezogen worden. (Vgl. Thomas in «Romania v, 1881.) G. gehört zu den hervorragendsten Lyrikern und allegorisch-didaktischen Hofdichtern des 14. Jahrh., verfaßte und komponierte zahlreiche Balladen, Rondeaux und Chansons im galant höfischen Stile, schrieb viele zum Teil umfangreiche didaktisch-allegorische Lais und Dits, in denen sinnige Gedanken mit breiten verstandesmäßigen Ausführungen sich mischen, und beschloß seine dichterische Laufbahn mit einem großen, historisch wertvollen Gedicht La prise d'Alexandrien, über Leben und Thaten Peters J. von Lusignan. Einer seiner Schüler war Eustache Deschamps. Seine Dichtungen gab heraus P. Tarbé (Rheims 1849); „Le livre du voir-dito publizierte Ras-d (Par. 1875), La prise d'Alexandrier de Mas-Latrie (Genf 1877).