Collin (Heinr. Jos. von), deutscher dramatischer Dichter, geb. zu Wien 26. Dez. 1771, erhielt, nachdem er seine Erziehung im Löwenburgschen Institut erhalten, bei der Finanzhofstelle eine Stellung, wurde 1809 Hofrat bei der Geheimen Kredithofkommission und starb 28. Juli 1811. Sein Denkmal befindet sich in der Karlskirche zu Wien. Von seinen Trauerspielen ist Regulus» (Berl. 1802) das bekannteste. Seine übrigen Stücke sind: Portav, „Mäon' und die „Horatier und Curiatiers. Sie zeichnen sich im ganzen durch Streben nach antiker Einfachheit aus, doch leiden sie an Einförmigkeit in der Anlage und in der Charakteristik. Gesammelt erschienen sie unter dem Titel «Trauerspielen (3 Bde., Berl. 1828). Von seinen 4«Gedichtens (Wien 1812) ist am bekanntesten seine Ballade «Kaiser Max auf der Martinswandv. Von seinem Epos «Rudolf von Habsburg » sind nur Bruchstücke vorhanden. Ein Oratorium: Die Befreiung von Wienv, dichtete er in Gemeinschaft mit seinem Bruder, der auch seine Werke (6 Bde., Wien 1812 — 14) sammelte und mit einer Biographie herausgab. Vgl. Laban, «Heinrich Joseph von C. Ein Beitrag zur Geschichte der neuern deutschen Litteratur in Osterreichv (Wien 1879).