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GeschichteBrockhaus 1882

Guisborough, Stadt in der Provinz Neuschottland der brit. Dominion of Canada, an der Chedabuctobai, 1783 angelegt, hat einen guten Hafen, Fischfang und Handel. niscard (eigentlich Viscart, d. h. Schlaukopf), ein Beiname Roberts, des Her ogs von Apulien und Calabrien; er war ein Sohn Tancreds von Hauteville in der Normandie und wurde um 1015 geboren. Sein Vater hatte eine zahlreiche Desbalb seine Besitzungen aber waren unbedeutend. Deshalb beschlossen seine drei ältesten Söhne, Wilhelm, Drogo und Humfred, in Italien Kriegsdienste zu suchen. Glück, Mut und List verhalfen Wilhelm zum Besitz von Apulien, und Robert, begierig, das Los seiner Brüder zu teilen, folgte ihnen, sobald er herangewachsen mit einem Häuflein Abenteurer nach Italien. Hier zeichnete er sich durch Klugheit und Tapferkeit so aus, daß die von seinen Thaten begeisterten Krieger ihn nach Wilhelms und Humfreds Tode (1057) mit Übergehung der Kinder des letztern zum Grafen von Apulien ausriefen. Demnächst machte er auch Eroberungen in Calabrien und ließ sich w1059 vom Papst Nikolaus II. mit den erst teilweise gewonnenen Ländern Apulien und Calabrien und mit Sicilien, das im Besitz der Araber war, belehnen. Dagegen verpflichtete er sich zum Schutze des röm. Stuhls und zu einem jährlichen Tribut. Um Sicilien zu erobern, schickte er seinen jüngsten Bruder Roger an der Spitze von 300 Kriegern ab, der 1061 Messina einnahm und mit G. vereint die Sarazenen bei Enna schlug. Nach kurzer, bald beigelegter Entzweiung mit G. vollendete Roger die Eroberung der anzen Insel und wurde erster Graf von Sicilien. ugleich bezwang G. nach und nach auch den Rest der griech. Herrschaft in Apulien mit dem festen Bari 1071, gewann das longobard. Fürstentum Salerno 1074, traf aber beim Angriff auf Benevent mit Gregor VII. zusammen, der ihn bannte. Doch wurde der Friede bald hergestellt, indem Gregor ihm das Fürstentum, jedoch ohne die Stadt und ihr Gebiet, 1080 zu Lehn gab. Durch die Verlobung seiner Tochter Helena mit Konstantin Dukas, dem Sohn und Erben Michaels VII., in Griechenlands Angelegenheiten verwickelt, schickte G. seinen Sohn Bobemund zur Eroberung von Korfu und eilte selbst zur Stadt Durazzo, unter deren Mauern er gegen ein sechsmal stärkeres Heer über den griech. Kaiser Alexius Komnenus einen glänzenden Sieg errang. Schon 515 The nach Eroberung von Durazzo durch Epirus bis Thessalonich und in die Nähe von Konstantinopel vor, als die Nachricht von dem Erscheinen des Gregor feindlichen Kaisers Heinrich IV. in Italien eintraf. Sogleich eilte er zurück, nachdem er Bohemund den Oberbefehl übergeben, zwang Heinrich IV. zum Rückzuge, befreite Gregor von der Belagerung in der Engelsburg und führte denselben in Sicherheit nach Salerno. Hierauf ging er von neuem nach Epirus, schlug die Griechen in mehrern Treffen, bemeisterte sich mit Hilfe seiner Flotte vieler Inseln des Archipels und stand im Begriff, zum zweiten mal nach Konstantinopel vorzudringen, als er auf Cephalonia 17. Juli 1085 starb. Ihm folgte sein Sohn Roger, der sich gegen seinen Stiefbruder Bohemund mit den Waffen behauptete und diesen endlich mit Tarent abfand, bis derselbe bei Gelegen⸗ — des ersten Kreuzzugs im Orient das Fürstentum ntiochien gewann. Vgl. de Blasiis, La insurezzione Pugliese e la conquista Normannav (3 Bde., Neapel 1874). Gnischard (Karl Gottlieb), s. Guichard.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 610Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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