FeedCapern (Edward)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Capern (Edward), engl. Volksdichter, geb. 29. an. 1819 zu Tiverton in Devonshire, war lange eit Landbriefträger zu Bideford. Seine Poemso, von W. S. Landor herausgegeben, erschienen zuerst 1856 und erlebten schnell mehrere Auflagen. Darauf folgten Ballads and songso (1858), (Wayside warbles v (2. Aufl. 1870), „Sun gleams and shadow pearls (1880). C.s Versbau 0 leicht und melodisch; er hat seine Lieder mehrfach selbst komponiert. Durch Verwendung von Gönnern erhielt er eine kleine Pension aus der Civilliste und zog sich I apetiuger bei Birmingham zurück. apetinger heißen die Glieder der dritten fränk. Dynastie, die 987 mit Hugo Capet den Thron von Frankreich bestieg und deren jüngere Linien die Dynastien Valois und Bourbon bildeten. Der Name Capet, Capito, bedeutet wahrscheinlich Großkopf. Seit der Entdeckung der Chronik des Richer ist nicht mehr zu bezweifeln, daß der Ahnherr der C. ein sächs. Einwanderer, Namens Witichin, gewesen ist, dessen Sohn Robert der Tapfere Graf von Tours wurde, 861 von Karl dem Kahlen das Herzogtum in Neustrien zwischen Seine und Loire erhielt und 866 gegen die Normannen fiel. . K. von Kalckstein, Robert der Tapfere», Berl. 1871.) Sein Sohn Odo, Herzog von Neustrien und Graf von Paris, verteidigte 887 Paris mit Erfolg gegen die Normannen und wurde deshalb 888 durch Wahl zum König von Frankreich erhoben; er starb 898, nachdem schon 893 wieder ein Karolinger, Karl der Einfältige, gegen ihn als König aufgestellt war. wohtz diesen wurde 922 Odos Bruder Robert erwählt, fiel aber 923 bei Soissons. Sein Schwiegersohn Rudolf von Burgund trug die Krone bis an seinen Tod 936, aber der Har Roberts, Hugo der Große, Her⸗ es vor, als Graf von Paris und Orleans, Herzog von Francien und Burgund, ohne Krone der mächtigste Mann im Lande zu sein; die Vermählung mit einer Schwester Ottos I. vermehrte sein Ansehen. Er starb 956. Sein Sohn Hugo Capet wurde nach dem Tode des letzten karolingischen Königs Ludwig V. 3. Juli 987 zum König erwählt; die Versuche der Gegner der Karolinger, Karl von Niederlothringen auf den Thron zu erheben, blieben vergeblich. Karl starb 991 in guar Gefangenschaft. (Vgl. von Kalckstein, Der Kampf der Robertiner und Karolinger», Lpz. 1877.) Um seiner Dynastie den Thron zu sichern, ließ Hugo seinen aliesten Sohn Robert den Frommen schon 988 als Mitregenten krönen. Auch erhob er zuerst Paris zur Hauptstadt des Reichs. Nach seinem Tode 996 bestieg nun Robert den Thron, ein gutmütiger, schwacher Fürst. Derselbe war mit Bertha, der Tochter des Königs Konrad von Burgund, Witwe des Grafen von Blois, seiner Verwandten im vierten Grade, Gemablis weshalb 10 Papst Gregor V., da er seine Gemahlin 405 verstoßen wollte, in den Bann üngt Robert, selbst von den Höflingen verlassen, fügte sich und heiratete Konstanze, die Tochter des Grafen von Toulouse, mit der er in unglücklicher Ehe lebte. Robert war eifrig ascetischen übungen ergeben, seinen Vasallen gegenüber aber fast machtlos. Er hinterließ bei seinem Tode, 1031, aus zweiter Ehe Heinrich I., welcher ihm folgte, und Aobert, welcher Stammvater des ältern burgund. Hauses wurde, das erst 1361 erlosch; endlich zwei Töchter, von denen Adelheid an den Grafen von Flandern vermählt war, der später die Regentschaft erhielt. Heinrich I. mußte infolge eines Aufstandes, den seine Mutter Konstanze zu Gunsten ihres jüngsten Sohnes Robert erregte, bald nach die Thronbesteigung zu Robert dem Teufel in ie Normandie eanliehen, mit dessen Hilfe er sein Reich wieder in Che nahm. Er hinterließ 1060 aus seiner zweiten Ehe mit Anna, Tochter des Großfürsten Jaroslaw von Rußland, zwei Söhne: Philipp I. und Hugo, der durch seine Teilnahme am ersten Kreuzzuge berühmt, 1101 zu Tarsus starb und durch seine Vermählung mit der Tochter des Grafen von Vermandois der Stifter dieses 1214 erloschenen Familienzweigs wurde. — Philipp I., beim Tode seines Vaters ein Kind von acht Jahren, stand unter der Regentschaft Balduins, Grafen von Flandern, nach dessen Tode w1067 er die Regierung übernahm. Bei den großen Ereignissen seiner Zeit blieb er ziemlich teilnahmlos. As ihn das Waffenglück Wilhelms des Eroberers beunruhigte, unterstützte er dessen Sohn Robert egen den Vater, worauf dieser einen Zug gegen Paris unternahm, auf dem er jedoch 1087 vom Tode überrascht wurde. Philipp führte ein ausschweifendes Leben, verstieß seine Gemahlin Bertha, die Tochter des Grafen von Holland, und entführte 1092 Bertrade, die Gemahlin des alten Grafen von Anjou. Von den Päpsten deshalb wiederholt emißt, sind unter K aufzusuchen. gebannt, starb er, ⁷ er Buße gethan, 1108. Erst sein Sohn und Nachfolger Ludwig VI., der Dicke, kräftigte das franz. Königtum. Vorzüglich benutzte er die Erhebungen der Städtebewohner gegen die Bischöfe und Barone, um durch Gewährung bürgerlicher Hromeau an die Städte durch sie die Macht der Krone zu verstärken. Er starb 1137 und hinterließ aus seiner zweiten Ehe mit Adelheid von Savoyen eine zahlrei Da Bat ältester Sohn und Mitregent Philipp vor dem ater gestorben war, erbte der zweite, Ludwig VII. die Krone; Robert ward der Stammvater der Grafen von Dreux, welche in Nebenzweigen erst 1590 erloschen; Konstanze vermählte sich erst mit Eustach von Blois, dem Sohne —•' Stephans von England, dann mit Raimund V., Grafen von Toulouse; Peter, der jüngste Sohn, wurde der Stammvater des Hauses Courtenay, das noch Leht aber in nicht anerkannten Linien, fortdauert. udwig VII. äder Jüngere » erhielt durch seine Heirat mit Cleonore von Guyenne, der Erbin des Her ogs von Aquitanien, einen bedeutenden Zuwachs seiner Macht. Im J. 1141 wurde er von Papst Innocenz II. in den Bann gethan, weil er den Der Graf 1 ourges eigenmächtig eingesetzt 905 1 Der Gra hibaut von der Champagne erhob die Waffen basel ihn, weshalb der König Vitr verheerte und suhn⸗ Kirche niederbrannte. Um diese Unthat zu ühnen, unternahm er mit dem deutschen Köni Konrad III. den unglücklichen Kreuzzug 1147, i Erbe Heinrich Plantagenet, der schon Herr von Anjou, Maine und der Normandie war und durch diese 5 lobt mit Richard Löwenherz, und Agnes, erst die li Gemahlin des byzant. Kaisers Alexius II., dann l seines Mörders, Andronikus'l. Philipp II. August2 d.), wohl der größte Fürst ö starb 1223. Von Nabelle von Hennegau hinterließA Feinen Sohn Ludwig VIII. den Löwen, der den K ngländern Poitou und Guienne abnahm und einen K Alfons, Graf von Poitiers, der sich mit der Erbin von Toulouse vermählte und 1271 kinderlos starb, wodurch dieses Gebiet an die Krone kam; und Karl (gest. 1295), der die Grafschaft Provence erheiratete, von seinem Bruder njou erhielt und 1266 durch die Schlacht bei Benevent das Königreich Sicilien eroberte. Durch die Sicilianische Vesper 1282 verlor er jedoch wieder die Insel. Seine via R regierten in Neapel bis 1435. Ludwig IX. (s. d.) starb 1270. Er hatte von sen ner Gemahlin Margarete, der Tochter des Grafen von der Provence, 31 Kinder, von denen der zweite Sohn Philipp, weil der erste, Ludwig, schon vor dem Vater gestorben, die Krone erbte, und der jüngste, Robert, Stammvater der Hr . Bourbon (s. d.) wurde. Philipp III. der Kühne brachte 1271 von dem weier gegen Tunis den Sarg seines Vaters, zweier Vrüder und zweier Oheime urück. Diese Todesfälle trugen ihm nicht allein ie Krone, sondern auch Poitou, Auvergne und Toulouse ein. Sein Sohn —5 der Schöne eiratete IPhilipr die Erbin von hanwagae und avarra. Philipp III. unterwarf 1276 zwar Navarra, aber sein Plan, in Castilien seiner chwester Kinder, die Ferdinands de la Cerda, auf den Thron u bringen, scheiterte und ebenso sein Feldzug Helr en Feind seines Oheims, den König Petet II. von Aragonien; bei diesem starb er 1285 u Perpignan an der Pest. Aus seiner Che mit Isabella von Aragonien überlebten ihn: Philipp, der den Thron erbte, und Karl, Graf von Valois, dessen Nachkommen sich bald desselben bemächtigen sollten. Marig von Brabhant, seine zweite uCnaland gebar ihm Margareta, an Eduard I. von England vermählt, und Blanca, die kinderlos als die Gemahlin Rudolfs von Osterreich starb. Philipp IV. oder der Schöne (ss. d.) bestieg mit 17 ahren den Thron und starb 1314 mit Hinterla ung dreier Söhne und einer Tochter. Von jenen folgte Reaie. Ludwig X., Hutin oder der Zänker, in der Regierung. Er war ein schwacher ürst und starb schon 1316. Da er aus seiner Ehe mit Margareta von Burgund nur eine 5. b06. Johanna, die Erbin von Navarra, ah ie sich 0 tur mit Philipp von Evreux vermählte und 1349 tarb, bestieg der zweite Sohn Philipps des +.— Philipp V., der j7 den Thron. Derselbe starb 1322, aus seiner Ehe mit Johanna, der Erbin von Artois und Franche-Comte, nur zwei Töchter hinterlassen: Johanna, die unvermählt starb, und Margareta, auf die das mütterliche Erbe überging und die mit dem bei Crecy gebliebenen Grafen von Flandern vermählt war. Die Krone fiel nun dem dritten Sohne Philipps des Schönen, Karl IV. oder dem Schönen, zu, der schon 1328 starb und aus seiner dritten Ehe mit Johanna von Evreux eine m N ehorene Tochter, Blanca, hinterließ, die sich an diipp, Herzog von Orléans, Sohn asav 8 von Vaois, vermählte und 1392 kinderlos starb. Die Tochter Philipps des Schönen aber, Isabella, war nit Eduard II. von England vermählt und die Rutter Eduards III., der deshalb auf die franz. trone Anspruch machte und auch den Titel eines tönigs von Frankrei annahm, den erst Georg III. on England 1801 wieder aufgab. Allein Philip on Valois, der Vetter der drei letzten Könige un nkel Philipps III., bemächtigte sich nach dem Saschen Gesetze des franz. . und mit ihm beann 1328 die Dynastie Valois (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 924Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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