Guts Muths (Joh. Christoph Friedr.), verdienter deutscher Pädagog und Mitbegründer der Turnkunst, geb. 9. Aug. 1759 zu Quedlinburg, besuchte das dortige Gymnasium und studierte seit 1779 zu Halle Theologie. Nachdem er einige Zeit in seiner Vaterstadt als Hauslehrer gewirkt, kam er als Lehrer an Salzmanns Erziehungsanstalt in Schnepfenthal, der ihm seit 1786 die Leitung der gymnastischen übungen überließ. Hierdurch wurde die Gymnastik ein sorgfältig gepflegter Gegenstand in Schnepfenthal und ging von da in andere deutsche Erziehungs- und Lehranstalten über. G. Gymnastik für die Jugendo (Schnepfenthal 1793; 3. Aufl., von Klumpp, Stuttg. 1847) bildete lange Zeit die Grundlage aller ähnlichen Werke. Als Anhang zu diesem Werke schrieb er Mechanische Nebenbeschäftigungen für Jünglinge und Männerp (Altenb. 1801; 2. Aufl. 1817). In seinem (Turnbuch für die Söhne des Vaterlandesv (Frankf. 1817) erfaßte er die Gymnastik nicht bloß vom rein pädagogischen, sondern auch vom nationalen Standpunkte. Im J. 1818 erschien zu Frankfurt «Katechismus der Turnkunst, oder: Kurzer Abriß der deutschen Gymnastik, ein Leitfaden für Lehrer und Schülero. Seine Beschäftigung mit der physischen Erziehung führte ferner auch zur Bearbeitung der Spiele zur übung und Erholung des Körpers und Geistes für die de Hof (Schnepfenthal 1796; 6. Aufl., von Schettler, Hof 1883). Sein kleines Lehrbuch der Schwimmkunsto (Weim. 1798; 2. Aufl. 1833) wurde in Hirths Das gesamte Turnweseno (Lpz. 1865) wieder abgedruckt. Seit 1798 bewohnte G. sein in der Nähe von Schnepfenthal gelegenes Landgut zu Ibenhain, verblieb jedoch Lehrer der Anstalt für gymnastische Übungen, für Unterricht in der Geographie und Technologie. Nachdem er Ostern 1839 den Unterricht gänzlich aufgegeben, starb er 21. Mai 1839. Von 1800 bis 1820 gab er die (Bibliothek für Pädagogik, Schulwesen und die gesamte pädagogische Litteratur Deutschlandso heraus. Durch sein Handbuch der Geographies (2 Abteil., Lpz. 1810 u. öfter) trug er zu einer bessern Methode des geogr. Unterrichts bei. Mit Gaspari, Hassel u. a. verband er dih zur Besorgung des Vollständigen Handbuchs er neuesten Erdbeschreibunge, für welches er die Beschreibung der südamerik. Staaten (Bd. 19 u. 20, Weim. 1827—30) lieferte. We das von ihm und J. A. Jacobi herausgegebene Werk Deutsches Land und deutsches Volko arbeitete er den ersten Teil in wei Bänden, der auch den besondern Titel „Deutsches Lande (Gotha 1820) erhielt. Seine Wohnung in Ibenhain wurde 1861 von deutschen Turnern mit einer Gedenktafel versehen.