Gutturale (vom lat. guttur, Kehle; also eigentlich Kehllaute) nennt man konsonantische Laute, die durch Berührung oder Annäherung des hintern Zungenrückens an den weichen Gaumen gebildet werden; solche sind die k-Laute (stumme oder tonlose G.), die g-Laute (tönende G.), die ch-Laute (gutturale Spiranten, auch diese entweder tonlos, unser deutsches ch, oder tönend, z. B. das g, wie es von den Norddeutschen z. B. in «Lagey gesprochen wird). Sämtliche G. können außerdem in zwei Reihen geteilt werden, je nachdem die Berührungs- oder Annäherungsstelle von Zunge und Gaumen mehr rückwärts oder mehr vorwärts liegt; im erstern Falle entstehen die Laute des deutschen k, g vor a, o, u und Konsonanten (3. B. Kappe, klopfen), des deutschen ch nach denselben Vokalen (z. B. Bach), im andern Falle die palatalisierenden deutschen Laute k, g vor e, i (z. B. Kind, kennen) und das ch nach e, i (z. B. ich). Die vergleichende Grammatik hat entdeckt, daß die indogerman. Ursprache als gutturale Konsonanten besaß: k, g, gh (aspiriertes g), und zwar ebenfalls in verschiedener Artikulation: mehr palatal, bezeichnet als k* gi, ghe, reiner guttural, bezeichnet als k2, ge, gh? (oder einfach K, g, gh). Das sog. gutturale er gehört nicht in diese Konsonantenreihe, sondern entsteht durch Schwingung des Zäpfchens (daher auch uvular genannt).