FeedHaarbeutel
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Haarbeutel, ein seidenes, gewöhnlich schwarzes Säckchen, das sich platt auf den Oberteil des Rückens legte, die ben gebunde enthielt und noch mit seidenen Bändchen gebunden und verziert war. Er verdrängte ungefähr seit der Mitte des 18. Jahrh. neben dem Zopfe, dessen Einführung namentlich König Friedrich Wilhelm I. von Preußen sich anelegen sein ließ, die große Staatsperücke, ging von Grantzeich aus, und während jener mehr militärisch erschien, galt der H. für modisch und Zeichen der guten Gesellschaft. Zugleich verkürzte sich die wallende Lockenmasse der Seitenflügel der Perücke zu einer einzigen Lockenrolle über Stirn, Schläfen und Ohren, zu der Vergette, die sich auch aus dem Eigenhaar herstellen ließ, mit Massen von Pomade gesestigt und mit Puder überdeckt wurde. Die Französische Revolution machte dieser Mode ein Ende.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 674Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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