Hadloub (Johs.), Minnesänger am Anfang des 14. Jahrh., stammte aus Zürich oder brachte wenigstens dort den größten Teil seines Lebens zu. Unter den adeligen Persönlichkeiten, mit denen er verkehrte, sind die Züricher Rüdiger Manesse, Vater und Sohn, hervorzuheben, deren reiche Sammlung von Liedern H. erwähnt, worauf sich die Annahme gründet, die pariser Liederhandschrift sei diese Manessesche Sammlung. H.s Lieder, Spätlinge des Minnesanges, gewähren einen anziehenden Einblick in den Minnedienst der damaligen Zeit; außerdem hat er, nach dem Vorgang seines Landsmannes Steinmar, Herbst⸗ und Erntelieder gedichtet. Seine Lieder sind von Ettmüller (Zür. 1840) herausgegeben.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 691Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei