Häfis (Schems-ed-din Mohammed; der Beiname hafiz bezeichnet einen Gelehrten, welcher den Koran auswendig weiß), einer der berühmtesten l und anmutigsten Dichter Persiens, geb. zu Anfang des 14. Jahrh. zu Schiras, widmete sich der Theologie und Rechtskunde und lebte als Derwisch in f freiwilliger Armut zu Schiräs. Damals gebot die Dynastie der Mosafferiden (1318 — 93) im südl. Persien, und H. hat besonders 5. unter diesen f sieben Fürsten, Dschelal-ed-din Schäh Schedschaa‚“ an dessen Hofe er Unterricht erteilte, und Schäh Mansur, der 1393 im Kampfe gegen Timur siel, in seinen Gedichten gepriesen. Timur, welcher zum ersten male 1388 in Schiräs war, soll den H. mit Auszeichnung behandelt haben. Mehrfachen Einladungen an dartnofe so an den der Ilchaniden von Bagdad, an den des ind. Fürsten Mahmud Schäh Bahmani (1378—97), zog H. den Aufenthalt in seiner Vaterstadt vor, wo er 1389 starb. Erst nach seinem Tode wurden von seinem Freunde Mohammed Gulandäm die Oden und Elegien, an Zahl etwa 700, in einen „Diwan» gesammelt, we an viele Kommentatoren gefunden hat. Gedruckt ward derselbe zuerst in Indien (Kalkutta 1791), wo er, besonders in jüngster Zeit, wie auch in Persien in vielen lithographierten Ausgaben erschienen ist. Den Ausgaben von Konstantinopel (1840) und Kairo (3 Bde., Bulak 1834) sind die türk. Scholien des Sudi beigegeben. Diese Scholien enthält auch die große kritische Ausgabe von Herm. Brockhaus (3 Bde., Lpz. 1854 —61); einzelne Gedichte wurden bereits 1771 in Wien herausgegeben; vollständig übertragen wurde der „Diwan» von Hammer (2 Bde., Tüb. 1812 — 13, ein Werk, welches Goethe zu Gedichten des westöstlichen Diwan anregte), den Text mit gegenüber-Dicteneu metrischer Übersetzung gab Vincenz von osenzweig (3 Bde., Wien 1858); ausgewählte Ghaselen hat Bodenstedt dem Deutschen angeeignet (Berl. 1877); ins Englische wurde H. mehrfach übersetzt, unter anderm der ganze (Diwany von E. H. Palmer (Lond. 1881) und eine Auswahl von Bicknell (Lond. 1876, in prachtvoller Ausstattung). Den lyrischen Gedichten des H., in denen er mit Anmut und Feuer Wein, Liebe und Genuß besingt, liegt nach Ansicht der Perser oft ein mystischer Sinn u Grunde, den Schemi, Sururi u. a. zu erörtern ich bemüht haben. Sein Grabmal bei Schiräs wird noch . Hal. Puders von frommen Moslems besucht l. Vullers, «Vitae poetarum persicorum ex Dauletschahi historia poetarum