FeedDschafar Tschelebi
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dschafar Tschelebi, der Sohn des Tadschi, wahrscheinlich zu Konstantinopel geboren, ist bekannt als pers. und türk. Dichter. Nachdem er als Lehrer an der Medresse des Mahmud-⸗Pascha gewirkt, trat er in den Staatsdienst über und wurde von Sultan Selim zu einer der höchsten jurist.Würden, zu der des Oberstlandrichters, erhoben. Als solcher erfreute er sich der größten Gunst des Sultans, begleitete ihn auf seinem pers. Feldzuge, wurde aber nach Beendigung desselben im J. 1514 n. Chr. hingerichtet, weil der Sultan den (übrigens wohl ganz falschen) Verdacht hegte, daß D. an dem Janitscharenaufstand zu Amasia die eigentliche Schuld trage. D. hat pers. und türk. Gedichte hinterlassen und eine Sammlung von Staatsschreiben, betitelt „Hawesnämer (d. i. das Buch der Begierde). Proben seiner Gedichte, die zum Teil schöne Gedanken enthalten, teilt Jos. von Hammer-Purgstall in seiner „Geschichte der osman. Dichtkunsto (Bd. 1) mit.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 585Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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