FeedFirischtah
GeschichteBrockhaus 1882

Firischtah (Muhammed Käsim Hindüschäh), vers. Geschichtschreiber Indiens, geb. um 1550 zu Asteräbäd (unfern des Kaspischen Meers), kam als Knabe mit seinem Vater nach Ahmednagar in Indien (Präsidentschaft Bombay), wo der letztere Erzieher des Sohnes Murtazä Nizäm Schähs (1564 —88) wurde. F. wurde 1587 Befehlshaber der Leibwache, begab sich aber 1589 nach Murtazäs Absetzung und Hinrichtung nach Bidschapur an den Hof Ibrähim Adil Schähs (1580—1628), in dessen Auftrag er eine Geschichte der mohammedan. Dynastien Indiens von dem Zuge des Hedschadsch gegen Sind und Multan im 7. Jahrh. und von den Indien erobernden Sultanen von Ghazna an (Anfang des 11. Jahrh.) bis 1606, mit vorausgeschickten Angaben über frühere Könige Indiens und über die ind. Zeitrechnung verfaßte; später wurden noch verschiedene geschichtliche Notizen hinzugefügt, die bis 1624 reichen. Das erste Buch behandelt die Könige von Ghazna und Lahor (977 —1186), das zweite die von Dehli (1205 bis zum Tode Akbars 1605), das dritte die des Dekhan (1347—1596), das vierte bis elfte die von Guzarat, Malwa, Khandesch, Bengalen und Bihär, Multan, Sind, Käschmir und Malabar, das zwölfte die Europäer (Portugiesen und Engländer), welche bereits 1611 Faktoreien in Surat hatten. Dieses große, nach 32 vom Verfasser namhaft gemachten Geschichtsbüchern bearbeitete Werk ist bekannt unter dem Namen «Tärich-i Firischtahs (Chronik des F.), der Autor selbst nannte es «Gulschan-i Ibrähimiy (Rosenhain Ibrahims), in der zweiten Ausgabe von 1609 4Tärich-ij Naurasnämehv (Chronik des Naurasbuchs; die Stadt Nauras war 1599 von Adil Schah gegründet). Der pers. Text wurde in Bombay und Lakhnau 1831 lithographiert; einzelne Partien wurden von Alex. Dow (4 History of the Dhely emperors translated and publishedo, Lond. 1768), Anderson (&Account of Malabaro in Asiatic Miscellanyo, 1786) und Jonathan Scott (History of Dekkan, translated o, 2 Bde., Shrewsbury 1794; 2. Aufl. 1800) bekannt gemacht, das ganze Werk übersetzt von John Briggs (The history of the rise of the Muhammedan power in India til 16125, 4 Bde., Lond. 1829). Die Einleitung über die Hindukönige wurde übersetzt von Dowson in Elliots «History of India v. F. hat auch einen mediz. Traktat über die Euter (Dustür al-atbao) hinterlassen. Vgl. Rieu, &Catalogue of the Persian Mss. in the British Museump (Lond. 1879, S. 225), wo auch die sonstige Litteratur über F. sich findet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 834Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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