Hahn (Joh. Michael), schwäb. Theosoph und Begründer der Sekte der Michelianer, geb. 2. Febr. 1758 zu Altdorf bei Böblingen in Württemberg, hatte seit seinem 17. Jahre Erleuchtungen und Visionen. Seitdem führte er ein streng ascetisches Leben, schrieb seine Eingebungen nieder und trat als Redner auf. H. fand viele Anhänger, doch ist es zu einer festern Organisation und zur Trennung von der evang. Landeskirche nicht gekommen. Im Anschluß an Jakob Böhme und Otinger hat H. ein eigentümliches theosophisches Lehrsystem ausgebildet, welches vor allem auf unausgesetzte Buße und ernsten Wandel dringt und chiliastische Hoffnungen pflegt. H. starb 20. Jan. 1819 zu Sindlingen, einem Gute der Herzogin Franziska, wo er seit 1794 in Zurückgezogenheit lebte. Seine Schriften und Briefe erschienen gesammelt in 15 starken Bänden (Tüb. 1819 fg.). Vgl. Palmer, «Die Gemeinschaften und Sekten Württembergso (Tüb. 1877),