FeedMarheineke (Phil. Konr.)
ReligionBrockhaus 1882

Marheineke (Phil. Konr.), bedeutender prot. Theolog, geb. 1. Mai 1780 zu Hildesheim, studierte in Göttingen, wurde 1804 zweiter Universitätsprediger in Erlangen, 1806 außerord. Professor daselbst, 1807 nach Heidelberg berufen und dort 1809 zum ord. 7 ernannt. M. ging 1811 als Professor und Prediger an der Dreifaltigkeitskirche nach Berlin, wo er 31. Mai 1846 starb. Anfangs mit dem heidelberger Theologen Daub linien der christl. Dogmatik», 1. Aufl., Berl. 1819), wandte er sich gleich diesem später dem Hegelschen System zu und ward der Hauptvertreter der sog. Hegelschen Rechten, welche glaubte, den gesamten Inhalt der orthodoxen Kirchenlehre in Hegelsche Fumen fassen und dadurch beweisen zu können. Charakteristisch ist in dieser Beziehung die zweite Auflage jener 4Grundlinieno (Berl. 1827). Bleibendere Werke schuf M. auf dem Gebiet histor. Forschungen. Das wichtigste ist die «Geschichte der deutschen Reformation v 30 Bde., Berl. 1816—34), ferner die Christl. Symbolik' (Heidelb. 1810—14) und die Institutiones symbolicaes (3. Aufl., Berl. 1830). In seinen Predigten, die in verschiedenen Sammlungen (Gött. 1801; Erlangen 1805; Berl. 1814 u. 1818) von ihm herausgegeben worden sind, herrscht das didaktische Element vor. Von seinen Vorlesungen wurden das «„System der theol. Moraly (Berl. 1847), das «System der christl. Dogmatiko (Berl. 1847), die Christl. Symboliky (Berl. 1848) und die «Christl. Dogmengeschichte „ (Berl. 1849) durch Matthias und Vatke herausgegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 443Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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