Halévy (Ludovic), franz. Bühnendichter, Sohn des vorigen, geb. 1. Jan. 1834 zu Paris, schrieb allein oder gemeinschaftlich mit andern (besonders Henri Meilhac) Textbücher zu Operetten, für welche Offenbach meistens die Musik lieferte; ferner Vaudevilles, Lustspiele und Sittendramen. H. verfaßte unter anderm 4Orphée aux enfers „ (1861), KLa belle Hélènes (1865), La vie parisienner (1866), La barbe bleuer (1866), (La grande-duchesse de teau à Totoy (1869), Tricoche et Cacoleto (1871), (1879), Le petit hötel (1879) und «La petite mérey (1880). Das WochenblattLa vie parisienne enthält von H. Skizzen und Sittenstudien, die mit verschiedenen Pseudonymen unterzeichnet sind; sie gehören zu der frivolen Litteratur des zweiten Kaiserreichs, und zwölf Stücke davon erschienen 1872 in einem Bande gesammelt, der nach dem besten und originellsten Artikel der Sammlung: «Monsieur et Madame Cardinabe, betitelt ist. Von H. sind auch die im Tempso veröffentlichten und XXunterzeichneten Feuilletons, enthaltend persönliche Erinnerungen an den Krieg von 1870—71, die unter dem Titel L'invasiono (1872) gesammelt erschienen. Im J. 1880 veröffentlichte er Les petites Cardinalo; eine neue Folge von Monsieur et Madame Cardinal; 1881 schrieb er die geistvolle Einleitung zu Mascarade humainen von Gavarni und die Novelle Un mariage d'amouro; dann folgten die Romane „L'abbé Constantino (1882) und «Criquettes (1883).