Halévy (Jacques Fromental), franz. Opernkomponist, geb. zu Paris 27. Mai 1799, von israel. Abkunft, trat 1809 in das Konservatorium und erhielt hier Musikunterricht von Cazot, Lambert, Berton und Cherubini. Durch die Cantate Herminas gewann er 1819 den großen Kompositionspreis, sodaß er 1820 auf Kosten der Regierung die Bildungsreise nach Italien unternehmen konnte. Nach seiner Rückkehr nach Paris brachte er 1827 am Theater Feydeau seine einaktige komische Oper „Lartisano, doch ohne Erfolg, zur Aufführung. Erst 1829 verschaffte die ital. Oper Clari (in der die Malibran die Hauptpartie gab) seinem Namen einen Klang, sowie auch die noch in demselben Jahre gegebene einaktige komische Oper 4Le dilettante d'Avignono gefiel. Nun folgten verschiedene Opern und Balletts mit mehr oder weniger Erfolg. Seinen Ruhm begründete aber 1835 die große Oper 4La Juiven, die überhaupt den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens bezeichnet und als hervorragende Produktion nachhaltige Wirkung und Verbreitung hatte. Zu derselben Zeit (1835) erwarb er sich auch auf dem Gebiet der komischen Oper durch die pikante Partitur des Eclairs viele Anerkennung. Im J. 1838 betrat er mit der ernsten Oper 4Guido et Ginevra, ou la peste de Florencev die Bühne ohne sonderliches Glück. Von His spätern Opern hatten nur Charles VIy (1843), Les mousguetaires de la reines (1846) und Le Val d'Andorre (1848) einen namhaften Erfolg. Seit 1826 erteilte H. am Konservatorium Musikunterricht. Im J. 1846 erfolgte seine Aufnähme in die Akademie der Künste, deren ständiger Sekretär er 1854 wurde. Seine Gedächtnisreden, die er als solcher zu halten hatte, veröffentlichte er unter dem Titel «Souvenirs et portraits. Etudes sur les beaux-artso (Par. 1861). Er starb zu Nizza 17. März 1862. In H.s musikalischen Produktionen, zu denen auch Kirchenkompositionen, Cantaten, Romanzen u. s. w. gehören, wird die Erfindung beherrscht und überwogen von einer geistreichen Reflexion, die eine bedeutende kunsttechnische Durchbildung unterstützt. Individualität des Stils haben seine Opern nicht, namentlich sind Meyerbeersche Einflüsse unverkennbar.