Hallberg-Broich (Theodor Marie Hubert, Reichsfreiherr von), als Schriftsteller bekannt unter dem Namen Eremit von Gauting, geb. 8. Sept. 1768 auf dem Rittersitze Broich im Jülichschen, trat als Offizier in kurbayr. Dienste, die er jedoch 1790 als Hauptmann verließ, und machte dann weite Reisen. Nach seiner ariotne nach Deutschland zog ihm seine deutsch-patriotische Gesinnung eine achtmonatliche Gefangenschaft in Paris zu. H. erhielt 1813 von dem Freiherrn von Stein den Auftrag, den Landsturm zwischen Rhein und Maas zu organisieren. Er brachte gegen 30000 Mann zusammen, die er als „Feldobersthauptmannv 6. Jan. 1814 bei Koblenz über den Rhein führte. — der Folge erhielt er noch mehrere Kommissionen. Später wandte sich H. nach Bayern und kaufte das Okonomiegut Fußberg bei Gauting (in der Nähe von München). Behufs Trockenlegung der Moore bei Erding erhielt er dann vom König von Bayern 300 Tagewerke als Geschenk und bezog das Jagdschloß Birkeneck bei Freising. Seit 1835 unternahm er von neuem Reisen ins Ausland. Bereits erblindet, kaufte er 1850 das ruinenhafte Schloß Hörmannsdorf an der Straße von Straubing nach Landshut, wo er die letzten Jahre seines Lebens einsam verlebte, bis er 17. April 1862 starb. H. war ein Mann von wunderlichem Wesen. Seine vielen Reisen machte er fast nur zu Fuß. Wie sein Außeres, so waren auch seine Ansichten oft seltsam und eigentümlich, die er häufig in überderber oder barocker Ausdrucksweise in seinen Reiseschriften niedergelegt hat. Dahin gehören: «Reise durch Skandinavieno (Köln 1818), Reise-Epistel durch den Isarkreis» (Augsb. 1825), Reise durch Italieno (Augsb. 1839), Reise nach dem Orientv (2 Bde., Stuttg. 1839), «Reise durch Englando (Stuttg. 1841), „Deutschland, Rußland, Kaukasus, Persienv (2 Bde., Stuttg. 1844). Vgl. Gistel, Leben des preuß. Generals Freiherrn von H.» (Berl. 1863).