Häring (Wilh.), unter dem Namen Wilibald Alexis (seinem Pseudonym in einer Studentenverbindung, vom lat. alec, d. h. Häring), einer der vorzüglichsten deutschen Romanschriftsteller, geb. 29. Juni 1798 zu Breslau, stammte aus einer bretonischen Refugiéfamilie Namens Hareng, besuchte das Werdersche Gymnasium in Berlin und studierte, nachdem er den Feldzug von 1815 und die Belagerungen der Ardennenfestungen als Freiwilliger mitgemacht, seit 1817 erst zu Berlin, dann zu Breslau die Rechte. Doch schon als Kammergeri Aidmet: u entsagte er der Staatslaufbahn und widmete sich der schriftstellerischen Thätigkeit. Daneben beteiligte er sich auch an praktischen Unternehmungen, die aber zum Teil unglücklich verliefen. H. reiste 1847 mit seiner Gattin nach Italien, kehrte 1848 im Sommer nach Berlin zurück, siedelte aber 1852 nach Arnstadt in Thüringen über, wo er von einem Ladenie Desen wurde und nach vieljährigen Leiden 16. Dez. 1871 starb. Seinen Ruf als Schriftsteller begründete H. durch den Roman „Walladmory (2. Aufl., 3 Bde., Berl. 1823—24), den er unter dem Namen Walter Scotts erscheinen ließ. Das Werk hatte ungemeinen Erfolg und wurde in mehrere Sprachen, darunter auch ins Englische, übersetzt. Unter derselben Maske erschien sodann der Roman „Schloß Avalono (3 Bde., 95 1827). Inzwischen hatte H. auch unter dem Pseudonym Wilibald Alexis außer lyrischen Gedichten und Bühnenspielen mmmter namentlich (Annchen von Tharaus, 1829) eine Reihe trefflicher Novellen in Zeitschriften und Taschenbüchern veröffentlicht, die er später in Gesammelte Novelleno (4 Bde., Berl. 1830—31) und „(Neue Novelleno (2 Bde., Berl. 1836) zusammenstellte. Außerdem machte er sich durch seine Herbstreise durch Skandinaviend (2 Bde., Berl. 1828), die Wanderungen im Süden) (Berl. 1828), „Wiener Bildery (Lpz. 1833), «Schattenrisse aus Süddeutschlande (Berl. 1834) als Reiseschriftsteller vorteilhaft bekannt. Doch wandte er sich wieder, unter andauerndem Erfolge, der Romandichtung zu, indem er „Das Haus Düsterwegy (2 Bde., Berl. 1835) und 4„Zwölf Nächtes (2 Bde., Berl. 1838) veröffentlichte, zwei Werke, in denen sich der Einfluß der jungdeutschen Richtung zeigt, während er in Cabaniso (6 Bde., Berl. 1832; 6. Aufl. 1880), einem seiner gelungensten Werke, das Gebiet des patriotisch-histor. Romans mit großer Meisterschaft betrat. Es folgten in dieser Richtung, ihren Stoff sämtlich der Geschichte Brandenburgs entlehnend, die Romane „Der Roland von Berlino (3 Bde., Lpz. 1840; 4. Aufl. 1881), Der falsche Woldemary 3 Bde., Berl. 1842; 4. Aufl. 1880), ferner Hans ürgen und Hans Jochemp (2 Bde., Berl. 1846) und „Der Werwolfe (3 Bde., Berl. 1848; 4. Aufl. 1879), welche zusammen (Die Hosen des Herrn von Bredowo (9. Aufl., Berl. 1881) bilden, dann Ruhe ist die erste Bürgerpflichto (5 Bde., Berl. 1852; 4. Aufl. 1881), „Isegrimmo (3 Bde., Berl. 1854; 4. Aufl. 1881) und „Dorothey (3 Bde., Berl. 1856; 3. Aufl. 1879). Alle diese Werke zeichnen sich durch scharfe Charakteristik, treue Sitten⸗ und Naturschilderungen wie durch kräftige Sprache aus. Von seinen übrigen Arbeiten ist, außer dem Roman 4Urban Grandier (2 Bde., Berl. 1843), der ein Nachtgemälde wahnsinnigen Fanatismus und intriguensüchtiger Bosheit bietet, Der neue Pitavalv (fortgesetzt von Vollert, Bd. 1—36, Lpz. 1842 —70, neue Serie, Lpz. 1866 150 hervorzuheben, eine Sammlung von Kriminalgeschichten, die er mit Hitzig begann, und die unter allen derartigen Unternehmungen den ersten Rang behauptet. Seine „Gesammelten Werker erschienen in 20 Bänden (Berl. 1874), seine Vaterländischen Romanes in 8 Bänden (Berl. 1881). Wedes Maga der mittlere der drei Mündungsarme der Maas in Holland, Provinz Südholland, zwischen den Inseln Beijerland und Voorne im N. und Overflakkee im S. (S. unter Maas.)