Hamäsa, d. h. Tapferkeit, ist der Titel einer Sammlung arab. Gedichte des verschiedensten Inhalts, welche der Dichter Abu-Temmäm (gest. 845 n. Chr.) nach der Erzählung des %. Khalfa in Hamadän auf Veranlassung des Abul-wafa Ibn-Salama aus einer großen Menge handschriftlicher Quellen, die er in der Bibliothek des Ihn-Salama borfand, zusammenstellte und in 10 Bücher eineilte. Das erste (und größte) dieser Bücher führt en Titel Hamasas und enthält eine große Ausvahl der schönsten Heldenlieder, sowohl aus vorslamischer Zeit wie aus der Zeit nach dem Auftreten des Islam, und nach diesem Buche wurde die ganze Sammlung benannt. Die andern Bücher enthalten Totenklagen, Sittensprüche, Liebeslieder, Schmählieder, Gast⸗ und Ehrenlieder, Schil-D4s Wen Scherzlieder und Satiren auf Frauen. Das Werk ist eine der wichtigsten Fundgruben für die Erkenntnis der ältern arab. Kultur⸗ und Sittengeschichte. Den Text nebst dem Kommentar des Tebrisi und einer lat. Übersetzung veröffentlichte Freytag (Hamasae carmina, 2 Bde., Bonn 1828 — 51). Eine EeneNd metrische Übersetzung gab F. Rückert (2 Bde., Stuttg. 1846). Außer dieser sog. Großen H. des Abu-Temmäam gibt es noch verschiedene andere Gedichtsammlungen mit gleichem Titel; am bekanntesten ist die sog. Kleine H., welche el-Bochteri (gest. 897 n. Chr.) und Schumaim zusammenstellten.