FeedDankovszky (Gregor)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dankovszky (Gregor), ungar. Geschichts⸗ und Sprachforscher, geb. zu Teltsch in Mähren 16. Febr. 1784, machte seine Studien in Iglau und Wien, und kam 1805 als Lehrer des Arabischen zum Propste von Waag-Neustadtl(Ungarn), wo er neben dem Griechischen und Arabischen auch noch die franz. und ungar. Sprache studierte. Im J. 1806 wurde D. Professor des Griechischen an der Akademie zu Raab, 1807 zu Preßburg und zugleich akademischer Bibliothekar. Er starb zu Preßburg 6. Dez. 1857. Als Schriftsteller war D. sehr thätig; er schrieb deutsch, lateinisch und ungarisch. Seine Werke behandeln zumeist linguistische oder histor. Stoffe. Die wichtigsten sind: «Hungarae gentis avitum cognomen, origa genuina, sedesque priscae, ducentibus graecis scriptoribus detectae (Preßb. 1825), Hungarae constitutionis origines etc. v (Preßb. 1826), Fragmente zur Geschichte der Völker ungar. und slaw. Zunge » (1. Heft, Preßb. 1825), „Die überreste der magyar. Nation in ihren alten Wohnsitzeno (in ungar. Sprache, Preßb. 1826), „Anonymus Belae regis notariuso (Preßb. 1826), „Die Völker ungar. Zunge, Urgeschichte, Religion, Kultus, Kleidertracht, 550 Jahre v. Chr.» (Preßb. 1827), Die Griechen als Stamm⸗ und Sprachverwandte der Slawen» (Preßb. 1828), Homerus slavicis dialectis cognata lingua scripsito (Wien 1829), Magyricae linguae Lexicon critico-etymologicum „ (Preßb. 1833—36); für dieses Werk erhielt D. vom Kaiser Ferdinand eine goldene Denkmünze. Obige Schrift über Homer und dann die absonderliche: Anakreon, der fröhliche Grieche sang vor 2370 Jahren griechisch-slawisch (Preßb. 1847), zogen D. heftige, verdiente Angriffe von gelehrter Seite zu. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 862Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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