Händel (Georg Friedr.), einer der größten Komponisten, geb. in Halle a. d. S. 23. Febr. 1685, Sohn eines bei dem dort residierenden Herzog Augustus in Diensten stehenden Barbiers und Wundarztes, gab schon in frühester Kindheit erstaunliche Beweise von musikalischer Begabung und Willensstärke. Sein Vater bestimmte ihn zum Rechtsgelehrten, und zu diesem Zweck bezog er 1702 die Universität seiner Vaterstadt, vertauschte aber diesen Beruf nach einem Jahre ganz mit dem musikalischen und wandte sich 1703 nach Hamburg, wo er im Theaterorchester zuerst die zweite Geige spielte und sich durch Unterrichtgeben erhielt. Sein erster und einziger Lehrer in der Musik war Fr. W. Zachau, Organist an der Marktkirche in Halle (gest. 1712); alle weitere musikalische Bildung von seinem 16. Jahre an erwarb er sich durch Privatstudien und Reisen. Seine erste erhaltene größere Komposition, die er bereits im 11. Eunateniut nahm, besteht in sechs dreistimmigen Sonaten für zwei Oboen (oder Violinen) und Baß (gedruckt im 28. Bande der Ausgabe der Deutschen Händel-Gesellschaft) und erregt das höchste Erstaunen sowohl durch die kontrapunktische Kunst wie durch die Schönheit und Reife der melodischen Gestaltung. Später in Hamburg setzte er 1703 eine von Postel gedichtete Passionscantate; 1704 schrieb er die erste Oper: „Almira, die außerordentlichen Beifall fand, und bald darauf „Neros und Florindav, die erst 1708 aufgeführt wurden, als H. sich schon in Italien einen Namen gemacht hatte. Dorthin wandte er sich 1706, zuerst nach Florenz, wo 1707 * erste ital. Oper „«Rodrigov, entstand. In enedig schrieb er 1708 die allgemein bewunderte Oper «Agrippinas, in Rom das Oratorium Resurreziones, in demselben Jahre sowie in dem folgenden in Neapel das Pastoral Aci Galatea e Polifemor und mehreres andere, dann um 1709 in Rom die Allegorie „II trionfo del tempos und viele Cantaten. In Italien reifte H. zu dem großen universalen Künstler voll unerschöpflicher Hilfsmittel, als welcher er sich auf allen Stufen seines langen Lebens bewährte. Namentlich wurde sein Gefühl für vokalmäßige Setzart und Wirkungen zu einer solchen Feinheit ausgebildet, daß er es mit den besten Italienern aufnehmen und dieselben endlich überwinden konnte. Von Venedig aus kam H. 1710 nach