FeedHardouin (Jean)
ReligionBrockhaus 1882

Hardouin (Jean), einer der merkwürdigsten Gelehrten aller Zeiten, geb. 1646 zu Quimper in der Bretagne, trat früh in den Jesuitenorden und widmete sich mit Eifer und großem Erfolg dem Studium des Altertums. Eine neue Ausgabe des Themistius (griechisch und lateinisch, Par. 168⁴ enthielt 13 bis dahin unbekannte Reden. Die Ausgabe der Naturgeschichter des Plinius (5 Bde., Par. 1685) wurde mehrfach wieder abgedruckt. Großes Aufsehen erregten die Chronologia ex nummis antiquis restitutas (1677) und die Prolegomena ad censuram veterum scriptorumo (1693). Hier stellte H. die Behauptung auf, nicht nur die meisten der für alt 0 altenen Münzen seien neuern Ursprungs, auch alle klassischen Werke des Altertums, mit Ausnahme es Biegil und der des Plinius, der &6eorgican des Virgil und der „Satireno und Epistelno des Horaz seien unter der Leitung eines gewissen Severus Archontius im 13. Jahrh. von Monchen geschrieben worden. Auch sein großes kirchengeschichtliches Werk Concillorum collectio regia maximas (12 Bde., Par. 1715), erregte Anstoß, namentlich weil H. von allen Kirchenversammlungen vor dem Tridentinum behauptete, sie hätten nie stattgefunden. Von sonstigen Schriften seien noch erwähnt die Chronologia Veteris Testamentiv (Par. 1677) und der Commentarius in Novum Testamentumo (Amsterd. 1742). H. starb 3. Sept. 1729 zu Paris. Nach seinem Tode gab der Abbe d'Olivet noch Opera variay (Amsterd. 1733) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 842Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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