Havercamp (Sigebert), holländ. Philolog, geb. im Dez. 1684 zu Utrecht, erhielt, nachdem er mehrere Jahre auf der kleinen seeländ. Insel Oberflake Prediger und Lektor gewesen, 1721 die Professur der griech. Sprache, später auch die der Geschichte und Beredsamkeit zu Leiden. Er starb 23. April 1742 zu Utrecht. H. erwarb sich Anerkennung teils durch seine numismatischen Studien, deren Ergebnisse der Thesaurus Morellianuso (2 Bde., Amsterd. 1734; fortgeführt von Wesseling, 3 Bde., Amsterd. 1752) und das Numophylacium reginae Christinaer (Kopenh. 1742) enthalten, namentlich aber aleich die Erklärung vieler alter Schriftsteller, obgleich er hier oft nur ohne Kritik Material aufhäufte. Die vorzüglichsten Ausgaben von ihm sind die des Apologeticuso von Tertullian (Leid. 1718), des Lucrez (2 Bde., Leid. 1725), Josephus (2 Bde., Amsterd. 1726), Eutropius (Leid. 1729), Orosius (Leid. 1738), Sallustius (2 Bde., Amsterd. 1742) und Censorinus (Leid. 1743). H. entging selbst nicht bei Zeitgenossen dem Vorwurfe der Oberflächlichkeit, der auch später bestätigt wurde.