Justinus (in einer Handschrift Marceus Junianus J. genannt), ein röm. Historiker, der wahrscheinlich zu Rom im Zeitalter der Antonine, um 160 n. Chr., lebte, ist der Verfasser eines Auszugs aus dem verloren gegangenen größern Geschichtswerke des Trogus Pompejus, der zur Zeit des Augustus in 44 Büchern nach griech. Quellen die allgemeine Geschichte von den ältesten Zeiten an, insbes ondere aber die des macedon. Königs Philipp und der macedon. Herrschaft vom 7. bis 41. Buche ausführlich behandelte, weshalb er auch seinem Werke den Titelellistoriae Philippicaer gab. Dieses ursprüngliche Werk, auf dessen Umfang man noch aus den sog. Prologen oder Inhaltsanzeigen der einzelnen Bücher, die meist in den Ausgaben des J. enthalten sind, schließen kann, ist zeitig verloren gegangen. Die Darstellung bei J. selbst ist im ganzen nicht ungefällig, doch vermißt man oft die Einfachheit und Korrektheit des Ausdrucks. Außer frühern Ausgaben von Grävius (4. Aufl., Leid. 1701) und Abrah. Gronov (2 Bde., Leid. 1719 und 1760) sind zu erwähnen: die mit den Anmerkungen der ältern Erklärer versehene von Frotscher (3 Bde., Lpz. 1827 —30), die kritischen Bearbeitungen von Dübner (Opz. 1831), Johanneau und Dübner (2 Bde., Par. 1838) und Jeep (Lpz. 1859; kleinere Ausg. 1862), die Schulausgaben von Fittbogen (Halle 1835), Hartwig (Braunschw. 1860), Domke und Citner (2 Tle., Bresl. 1865). Deutsche übersetzungen lieferten Kolbe (2. Aufl., 2 Bde., Münch. 1824—28), Schaumann (5 Bde., Prenzl.1830—32) undSchwarz (6 Bde., Stuttg. 1834 —36). Vgl. Rühl, «Die Textesquellen des J.5 (Lpz. 187²2).