Harleß (Gottlieb Christoph), Litterarhistoriker und Philolog, geb. 21. Juni 1738 zu Kulmbach, studierte seit 1757 in Erlangen, Halle, Jena und Göttingen Theologie und Philologie, worauf er sich zu Erlangen habilitierte und 1765 eine außerord. Darfeiser erhielt, die er aber schon einige Monate darauf mit einer ord. Professur an dem akademischen Gymnasium zu Coburg vertauschte. Im J. 1770 wurde er als ord. Professor der Beredsamkeit und Philologie wieder nach Erlangen berufen, wo er 1776 das Amt eines Oberbibliothekars und Scholarchen am Gymnasium übernahm. Er begründete 1777 das philol. Seminar und starb dort 2.Nov. 1815. Seine große litterarische Thätigkeit sprach sich namentlich in zahlreichen philol.⸗histor. Schriften und Ausgaben griech. und röm. Klassiker aus. Viel Verdienste erwarb sich H. durch seine alntroductio in historiam graecae linguae (2 Bde., Altenb. 1792 — 95; Supplemente dazu, 2 Tle., 1804 - 5), Introductio in notitiam literaturae Romanae (2 Tle., Lpz. 1794), (Brevior notitia literaturae romanae (Lpz. 1789; Supplemente dazu, 3 Bde., p5, 1799—1817) und durch die vierte verbesserte Auflage von J. A. Fabricius' « Bibliotheca Graeca (12 Bde., Hamb. 1790 — 1809; Indexo, Lpz. 1838). Sein Leben beschrieb sein Sohn, Christian Friedrich H. (Erlangen 1818).