FeedHätifi (Maulänä Abdallah)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hätifi (Maulänä Abdallah), oer letzte der bedeutendern epischen Dichter der Perser, ein Schwestersohn des Dschami, ist in Chargird im Bezirk Dschäm, Provinz Herät, geboren und starb 1520. Seinen Ruf verdankt er einer Chamsah oder Reihe von fünf epischen Gedichten in Reimpaaren (Mesnewi), in welchen er dem Vorbilde des Nisami (gest. 1202) und Amir Chusrau aus Delhi (gest. 1324), wie er selbst sagt, folgt. Diese Epen sind Laila und Medschnund, die Geschichte zweier unglücklich Liebenden, den gleichnamigen Gedichten der ebengenannten nachgebildet; die Liebe des Sasaniden Chosru zu Schirino, gleichfalls von Nisämi und Amir Chusrau besungen; ferner «Die Haft Manzar oder sieben Ansichten » (Belvederes), nach den «Haft Paikary (sieben Schönheiten) Nisämis und den „Hascht Bihischt o (acht Paradiesen) des Amir Chusrau bearbeitet: das vierte Gedicht wird nicht angeführt, das fünfte ist das Timurnähmehv oder (Buch von den Ind Timursv, nach Nisämis IJskandernämehr und Amir Chusraus Ainahi Sikanderiv (Spiegel Alexandersy). Nur dieses letztere Werk, welches den H. 40 Jahre beschäftigte, ist veröffentlicht von Jones (Kalkutta 1788) und lithographiert unter dem Titel Zafarnämehv (Buch der Siegey, Lucknow 1869). Ein Nachahmer H.s war Käasim aus Dschunabad (einer Stadt nicht weit von Meschhed und Tus). cher „Ball und Schlägelo, ein Gedicht über die Richtigkeit der Liebe des Geschöpfes und die wahre Liebe zu Gott verfaßte (der Ball im Maillespiel lehrt immer wieder zum Schlägel zurück, obwohl von diesem geschlagen; so soll anh das Herz stets zu Gott zurückkehren), sowie ein türk. Dichter des 16. Jahrh., aus der kleinasiat. Stadt Amasia.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 893Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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