FeedHatto I.
GeschichteBrockhaus 1882

Hatto I., Erzbischof von Mainz von 891 bis 913, gewann besonders als Vormund des unmündigen Königs Ludwig des Kindes und durch seinen Einfluß auf König Konrad I. polit. Bedeutung in Deutschland. Wie sich das Volk erzählte, bewog er den mit dem Könige Ludwig im Streite liegenden Grafen Adalbert von Babenberg, ihm in das königl. Lager zu folgen, um sich mit dem König auszusöhnen. H. schwor dem Grafen, daß er ihn unversehrt wieder nach seiner Burg bringen wolle. Auf dem Wege nach dem Lager wußte er aber den Grafen zu bewegen, nochmals nach dessen Burg mit ihm zurückzukehren, wodurch H. sich seines Schwurs entledigt zu haben vorgab. Im Lager überlieferte er den Grafen dem König, der diesen hinrichten ließ. Ebenso soll er einen listigen Anschlag gegen das Leben des Herzogs Heinrich von Sachsen gemacht haben, dem dieser, durch Adalberts Beispiel gewarnt, sich entzog. Ein Kern von Wahrheit mag in beiden Erzählungen stecken.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 894Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 9

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6