Ludwig I., der Kelheimer, Herzog von Bayern, folgte 1183 seinem Vater Otto 1., dem ersten bayr. Herzog aus dem Hause der Wittelsbacher, im Herzogtum nach, welches er während seiner fast 50 jährigen Regierung bedeutend vergrößerte. Als König Philipp von Schwaben 1208 durch den bayr. Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach ermordet war, mußte Philipps Gegner Otto IV. ihm die Güter und Reichslehen des Mörders und des der Mitwissenschaft verdächtigen Heinrich von Istrien zusprechen. Den bedeutendsten Machtzuwachs aber erlangte L. durch den Übertritt zu dem Staufer Friedrich II., welcher L.s Sohn Otto II. 1214 mit der Rheinpfalzgrafschaft belehnte. L. leitete 1221 den Kreuzzug nach Agypten und wurde 1226 vom Kaiser zum Vormund seines Sohnes, des Königs Heinrich (VII.), bestellt. Weil aber der Herzog 1229 auf die Seite des Papstes trat, sagte man, daß der unbekannte Mörder, welcher L. am 15.Sept. 1231 auf der Brücke zu Kelheim tötete, im Auftrage Friedrichs II. gehandelt habe.