FeedHausen (Friedr. von)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Hausen (Friedr. von), Minnesänger, f. Friedrich von Hausen. cium oder Ichthyocolla) kommt fast allein aus Rußland, doch findet sich im Handel auch solche von der Hudsonsbai, aus Brasilien und aus Ostindien. Die Russen verwenden zur H. nicht nur die Schwimmblase des Hausen, sondern auch des Stör, Sterlet, Wels, Hai, Wardick u. s. w. Die Zubereitung der Schwimmblase ist äußerst einfach. Die Blasen werden in schwacher Kalkmilch gewaschen, dann aufgeschnitten und zum Trocknen an der Luft ausgebreitet, aber so, daß die innere, silberweiße Membran, welche den Fischleim gibt, nach oben kommt. Sie wird dann von der äußern gröbern Haut abgesondert. Darauf trocknet man sie an der Sonne in mancherlei Formen zu kleinen Kränzen, lyraförmig, in Blättern wie ein Buch u. dgl. Die H. quillt in kaltem Wasser stark auf. In heißem Wasser löst sie sich mit Hinterlassung einiger Fasern. Beim Erkalten erstarrt die Losung zu einer fast farblosen durchsichtigen Gallerte. Selbst in schwachem Weingeist ist sie in der Wärme in r. Man benutzt sie häufig zum Klären von Wein, Bier u. s. w., indem man sie in viel kaltem Wasser aufgequollen einrührt. Die Faserteilchen bilden gewissermaßen ein zusammenhängendes Netz, in welches sich die niedergeschlagenen und schwimmenden Teile festsetzen. Die H. dient zur Darstellung von Gallerten in der Kochkunst, indem sie selbst noch mit ihrem 25fachen Gewicht Wasser gekocht eine beim Erkalten konsistente, zitternde Gallerte gibt; doch ist sie hier durch die Gelatine und die neuerdings vielfach angewandte Agar-Agar so gut wie ganz verdrängt. Eine konzentrierte Lösung der H. auf Seidentaft oder Goldschlägerhaut gestrichen gibt das sog. Englische Pflaster oder die Peau divine.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 904Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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