FeedHaymerle 218in Wie von)
GeschichteBrockhaus 1882

Haymerle 218in Wie von), österr. Staatsmann, geb. 7. Dez. 1828 in Wien, einer alten Adelsfamilie entstammend, studierte an der Orientalischen Akademie in Wien. Im Okt. 1848 folgte er dem Aufruf der wiener Studentenschaft zu den Waffen, wurde bei der Einnahme der Stadt gefangen und entging nur durch die Fürsprache des Barons Hübner bei Windischgrätz der kriegsrechtlichen Erschießung. H. wurde 1850 Dolmetschadjunkt der Internuntiatur in Konstantinopel und während des Krimkriegs mit einer Mission zu Omer Pascha betraut, 1857 Legationssekretär in Athen, 1861 in Dresden, 1862 zur Bundespräsidialgesandtschaft nach Frankfurt versetzt, wo er während des Fürstenkongresses (1863) besonders thätig war. Von Ende 1864 bis 1866 in Kopenhagen, wurde er als Unterhändler des Prager Beztehmn und zur Wiederanknüpfung diplomatischer eziehungen mit Berlin verwendet, blieb als interimistischer Geschäftsträger bis 1868 in Berlin und ing dann nach kurzem Aufenthalt in Wien als Geäftsträger nach Konstantinopel. Er wurde 1869 als Gesandter nach Athen gesandt, war 1872 —76 Gesandter im Haag, wo er 1876 in den österr. Frei-Hercharter erhoben wurde, und wurde 1877 zum otschafter am ital. Hofe ernannt. Im J. 1878 nahm er als genauer Kenner des Orients am Berliner Kongreß teil und wurde 8. Okt. 1879 als Nach-Huget Andrässys zum Minister der auswärtigen ngelegenheiten ernannt. Ihm gelang insbesondere die Herstellung guter Beziehungen zu Rom und die Befestigung des Bundes mit dem Deutschen Reiche. Er starb infolge eines Herzschlags 10. Okt. 1881 in Wien. Vgl. Arneth, «Heinrich, Freiherr von H.v (2. Aufl., Berl. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 933Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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