Haynald (Ludw.), Kardinal-Erzbischof von Kalocsa, namhafter ungar. Gelehrter, geb. 3. Okt. 1816 zu Szeesen im Neograder Komitat, studierte zu Gran und Wien, war 1842—46 Professor der Theologie zu Gran, beschäftigte sich dann vorzugsweise mit den Naturwissenschaften, namentlich mit der Botanik, wurde 1851 Koadjutor des siebenbürg. Bischofs Karlsburg und 1852 Bischof daselbst. Nach dem ktoberdiplom von 1860 schloß er sich der patriotischen Partei an, verließ 1863 den hermannstädter Landtag und entsagte auch seinem Bistum. Als titulärer Erzbischof von Karthago lebte er dann in Rom, bis er 1867 als Erzbischof von Kalocsa nach Ungarn zurückkehrte. Die Kardinalwürde erhielt er 1879. Sein Herbarium und botan. Bibliothek gehören zu den reichsten und vollständigsten in Europa. In Kalocsa errichtete er ein reichdotiertes Gymnasium der Jesuiten und an demselben 1877 auch eine Sternwarte. Sein Werk über die biblischen Pflanzen hat in den Fachkreisen sehr anerkennende Aufnahme gefunden. H. ist zugleich einer der hervorragendsten Kanzel- und Parlamentsredner des modernen Ungarn.