FeedHebriden oder Western Islands
ErdkundeBrockhaus 1882

Hebriden oder Western Islands, bei Plinius Hebudes (daraus durch Schreibfehler Hebrides), eine an der Westküste von Schottland gelegene, weit ausgedehnte und mannigfaltige Gruppe von 186 felsigen, meist hohen Inseln, von denen aber nur 79 (S nur im Sommer) bewohnt sind, haben zusammen einen Flächeninhalt von 7213 akm, wovon 1600 qkm Seen sind, mit 81 442 gaẽlisch redenden, zum Teil kath. E., die sich von Fisch- und Vogelfang, Viehzucht, Kelpbrennen und spärlichem Ackerbau, auch etwas Bergbau nähren. Mit großen Gefahren suchen sie namentlich die Eiderdunen auf. Das Klima ist höchst unfreundlich, regnerisch und die Luft stets überaus feucht. Auf den äußern Inseln dauert der oft sehr stürmische Winter sechs Monate. Mehr als sechs Siebentel des Bodens sind völlig unfruchtbarer Fels und Sumpf, und kaum ein Neuntel gibt Ertrag. Die frühesten der noch jetzt gälisch sprechenden Bewohner dieser von den Skandinaviern Süderöer nesen Sodor) genannten Inseln scheinen Kelten gewesen 0 sein, die im 10. Jahrh. unter die Herrschaft der chott. Könige, in Wirklichkeit aber unter die Botmäßigkeit schott. Häuptlinge gebracht wurden. Eine Parlamentsakte nahm 1748 den Häuptlingen ihre Rechte; aber noch gegenwärtig ist der größte Teil des Bodens Eigentum schott. Stammhäupter, namentlich der Herzöge von Argyle, der Macleod, Macdonald, Campbell u. a. Die Inseln werden Icchen 5 0 in die Südlichen, Mittlern und Nördichen H. geteilt. Die erstern gehören zu der Grafschaft Argyle, die andern zu den Grafschaften Roß und Inverneß. Zu den Südlichen zählen außer arste, mit Blei⸗ und Kupfergruben und in neuerer Zeit sehr gehobenem Getreidebau, und Mull, 781,58 qkm groß, mit dem 967 m vihrer Ben-More und dem Hauptort Tobermory, an ihrem Südwestende steht auf dem Skerryvorefelsen ein von Stephenson gebauter Leuchtturm. Ferner Gigha, Jura (spr. Diura), d. i. Hirschinsel, Scarba, Lunga, uing, Seil, Kerrera, Lismore, Ulva, Oronsay, Colonsay, Tiree und Coll, besonders aber das merkwürdige Eiland Staffa (s. d.). Zwischen Jura und Scarba der sehr gefährliche, furchtbare Strudel Seekessel oder Coirebhreacain. Zu den Mittlern gehören Skye, 1533 qkm groß, mit 17330 E., ein in den Cuilionbergen 975 mehohes Berg- und Weideland, vorzüglich reich an Seevögeln, vom Festlande durch die Meerenge Kyle-Rhea getrennt; Raasay, Rum, Eig oder Egg, mit herrlichen Basaltsäulen in Wänden, Muke, Scalpa, Ronay und Cana, mit dem Kompaßfelsen. Aus vulkanischem Trapp bestehen Skye, Rum, Eig, Cana, Ulva und Staffa. Die Nördlichen Hebriden bestehen aus fünf großen und vielen an der schott. Küste parallel sich hinziehenden kleinen Inseln, von Kap Barra-Head bis Kap Butt-of-Lewis 208 km lang; sie führen wegen ihrer fast zusammenhängenden Kettenbildung den Namen Long-Island, werden auch, weil sie jenseit des 24 — 48 km breiten Gewässers Minsh liegen, die Rußern Hebriden (Long-Island oder Outer Islands) genannt. Lewis ist die größte und nördlichste dieser Kette, bis 812 m aus Gneis bestehend, 2158,3 akm mit 25947 E. und der Hauptstadt Stornoway, die 9510 E., einen guten Hafen mit 21 Schiffen und einigen Handel hat. Südlich von Lewis, mit diesem durch einen schmalen Isthmus verbunden, liegt Harris-Vland, weiterhin folgen Nord-Uist, Benbecula, Süd-Uist und Barra mit Vatersay, Sanderay, Pabbay, Mingulay u. s. w. Merkwürdig ist das 67 km weit westlich liegende, 421 mehohe Felseneiland St.⸗Kilda, mit 70 E., die vom Vogelfang leben. Vgl. Buchanan, The Hebrid Isleso (Lond. 1882); Cumming, n the Hebrideso (Lond. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 950Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6