FeedLeo Africanus
ReligionBrockhaus 1882

Leo Africanus, arab. Geograph, geb. gegen Ende des 15. Jahrh. wahrscheinlich zu Granada, hieß mit seinem arab. Namen Alhasan Ibn-Mohammed Alwazzan und stammte aus einem edeln maurischen Geschlecht. Nach dem Sturze der maurischen Herrschaft in Spanien wanderte er nach Afrika aus und kam nach Fez, wo er seine wissenschaftliche Bildung erhielt. Später durchzog er fast ganz Nordafrika und das südwestl. Asien. Als L. 1517 zu Schiffe von Agypten nach Fez zurückkehren wollte, wurde er bei der Insel Dscherba von den Christen gefangen und wegen seiner Gelehrsamkeit dem Papst Leo X. geschenkt. Da sich L. zur Annahme des Christentums bereit erklärte, vertrat der Papst selbst bei ihm Patenstelle und verlieh ihm seinen eigenen Namen. L. lebte nun mit einem päpstl. Gehalt abwechselnd zu Rom und Bologna, lernte italienisch und lateinisch und gab Unterricht im Arabischen. Er soll 1526 gestorben sein. Sein Hauptwerk ist die 1526 ursprünglich in arab. Sprache verfaßte Beschreibung von Afrika (nach der er den Beinamen Africanus führt), die nach der eigenen Handschrift des Verfassers in Ramusios „Raccoltas (Bd. 1, Vened. 1588) gedruckt wurde (lat. von de Florianus, Antwerp. 1556; 2 Bde., Leiden 1632; franz. von Jean Temporal, Antwerp. u. Lyon 1556; deutsch von Lorsbach, Herborn 1805). Es ist noch heute von großem Wert. Außerdem schrieb er (gleichfalls arabisch) einen von Hoftinger (Zür. 1664) herausgegebenen Tractatus do vitis philosophorum arabumo).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 3Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6